Die GRS arbeitet eng mit verschiedenen deutschen und internationalen Forschungseinrichtungen zusammen. Vor allem im Bereich der Reaktorsicherheitsforschung kooperiert die GRS international. Hier werden schwerpunktmäßig Simulationscodes entwickelt, mit denen Gutachter in atomrechtlichen Aufsichts- und Genehmigungsverfahren die Sicherheit von Reaktoren prüfen. Die Codes werden dabei u.a. eingesetzt, um Abläufe in Kernkraftwerken – vom normalen Betrieb bis hin zu Unfällen – zu bewerten.
Neuer Kooperationspartner aus FernostNeue internationale Kooperationspartner der GRS in Sachen Forschung sind die Shanghai Jiao Tong University (SJTU), das China Nuclear Power Technology Research Institute (CNPRI) und das chinesische State Nuclear Power Technology Center (SNPTC). Neben dem Austausch von Doktoranden und Trainings für wissenschaftliche Mitarbeiter ist die Zusammenarbeit bei Großversuchen zur Sicherheit von Reaktoren geplant. Die Messdaten aus den Versuchen sollen eingesetzt werden, um die Simulationscodes der GRS zu validieren.
Für die Entwicklung und Überprüfung (Validierung) von Simulationscodes spielen Ergebnisse aus Experimenten neben realen Betriebsdaten eine wichtige Rolle. Um die Belastbarkeit der Codes zu testen, werden die Messergebnisse aus den Experimenten den Rechnungen der Codes gegenüber gestellt und anhand dessen optimiert.
Validierung von Codes über internationale Messdaten
Da die GRS selbst keine experimentellen Einrichtungen betreibt, begleitet sie Experimente deutscher und internationaler Forschungsinstitutionen, die Versuchsstände unterhalten. Eine der bekanntesten deutschen Versuchsanlagen ist THAI (Thermal Hydraulics Hydrogen Arerosols Iodine). An ihr wird etwa der GRS-Code COCOSYS (Containment Code System) zur Simulation und Analyse schwerer Störfälle im Sicherheitsbehälter validiert.
Messdaten zur Validierung bietet auch ein Versuchsstand an der Universität von Shanghai, der den Loop eines superkritischen Leichtwasserreaktors (LWR) nachbildet. In weiteren Experimenten werden Untersuchungen zur Rückhaltung von Kernschmelze (In-Vessel Retention) und zur passiven Containment-Kühlung durchgeführt.
Forschungskooperation mit der EU: SNETP und EURATOM
Die GRS finanziert ihre Forschung durch Aufträge. Die Inhalte der internationalen GRS-Forschungsaktivitäten orientieren sich deshalb weitgehend an ihrem wichtigsten internationalen Auftraggeber: der Europäischen Union (EU).
Die GRS arbeitet beispielsweise an der Sustainable Nuclear Energy Technology Platform (SNETP) der Europäischen Uniopn mit, die von der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) mitfinanziert wird. Im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm von EURATOM forscht die GRS derzeit unter anderem an Simulationswerkzeugen für Leichtwasserreaktoren (NURENEXT) und Reaktoren der IV. Generation, die mit Flüssigmetall gekühlt werden (ESNII/NN).
Über die Validierung von Codes hinaus tragen die internationalen Forschungskooperationen dazu bei, Fachkräfte, Fachwissen und Versuchsanlagen gemeinschaftlich zu nutzen und Fachkompetenz zu erhalten – auch in Bereichen, die es in Deutschland in dieser Form nicht gibt.