Am 11. März 2011 ereignete sich am japanischen Kernkraftwerksstandort Fukushima-Daiichi der schwerste Reaktorunfall seit Tschernobyl (INES Stufe 7).
Kurz nach Beginn des Unfalls nahm das Notfallzentrum der GRS seine Arbeit auf. Als Gutachterorganisation des Bundes hält die GRS im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) ständig ein Team von Experten unterschiedlicher Fachrichtungen bereit, das bei schweren nuklearen Stör- oder Unfällen Informationen über das Ereignis sammelt, auswertet und Prognosen über mögliche Entwicklungen erstellt.
Vom Mittag des 11. März bis Anfang Juli 2011 erstellte das Team des Notfallzentrums für das BMU über 200 Lageberichte zur Situation am Standort Fukushima. Diese Lageberichte – in der ersten Phase wurden im 24-Stunden-Betrieb bis zu sechs Berichte am Tag herausgegeben – stellte die GRS im Auftrag des BMU auch der Öffentlichkeit zur Verfügung – zunächst auf ihrer Webseite und später im Fukushima-Informationsportal .
Informationsportal zu Fukushima
Das Fukushima-Informationsportal bietet über die Lageberichte hinaus vielfältige weiterführende Informationen. Neben Daten zu den am Standort und in verschiedenen Präfekturen gemessenen Strahlungswerten und den dortigen Reaktortypen finden sich auch grundlegende Erläuterungen – etwa zur Wirkung von radioaktiver Strahlung oder zu der Frage, was bei einer Kernschmelze passiert. Allgemeine Fachbegriffe sind in einem GRS-Wiki erklärt.
Die GRS beobachtet die Lage in Japan weiterhin und informiert im Portal über neue Entwicklungen am Standort Fukushima.
Forschungsarbeiten der GRS zu Fukushima
Die GRS befasst sich in mehreren Forschungsvorhaben mit den Ereignissen in Fukushima. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums wertet die GRS derzeit den Verlauf des Unfalls aus. Hier geht es vor allem darum, die Vorgänge in den betroffenen Anlagen möglichst genau nachzuvollziehen, d. h. etwa die vom Personal durchgeführten Maßnahmen und deren Auswirkungen. Liegt der Unfallverlauf detailliert vor und ergibt sich aus dessen Analyse ein Handlungsbedarf im Hinblick auf die Sicherheit deutscher Kernkraftwerke, formuliert die GRS entsprechende Empfehlungen.
In einem durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Projekt untersucht die GRS unter anderem, ob die Ergebnisse von Computersimulationen des Unfalls mit den realen Unfalldaten übereinstimmen. Ein solcher Vergleich erlaubt es, die Genauigkeit der eingesetzten Simulationsprogramme zu überprüfen und diese bei größeren Abweichungen weiterzuentwickeln.