Radionuklid

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Radioaktive Arten von Atomkernen werden Radionuklide genannt. Im Vergleich zu anderen Atomen sind sie instabil und zerfallen nach einer gewissen Zeit. Dabei wird Energie in Form von Strahlung freigesetzt. Insgesamt gibt es über 2.500 Radionuklide, wobei zwischen natürlichen und künstlichen Radionukliden unterschieden wird.

Natürliche und künstliche Radionuklide
Natürliche Radionuklide kommen in der Luft, im Wasser und in der Erde vor. Manche langlebige Radionuklide bestehen bereits seit der Entstehung der Erde (z.B. Uran-238, Uran-235 oder Thorium-232). Ihre Zerfallsprodukte bilden wiederum neue Radionuklide (z.B. Radon-220, Thorium-230 oder Uran-234). Andere Radionuklidarten entstehen wiederum durch die kosmische Strahlung ständig neu (z.B. Kohlenstoff-14, Chlor-36, Iod-129).

Viele natürliche Radionuklide haben eine kurze Halbwertszeit und zerfallen deshalb recht schnell. Einige Radionuklidarten existieren daher in der Natur nur sehr selten oder gar nicht mehr. Um sie einsetzen zu können, müssen sie künstlich erzeugt werden. In Kernreaktoren werden sie z.B. durch die Spaltung von Uran oder durch Neutronenbeschuss nicht-radioaktiver Isotope hergestellt.

Wo werden Radionuklide eingesetzt?
Forschung, Industrie und Medizin setzen Radionuklide zu verschiedenen Zwecken ein. In der Medizin werden Radionuklide u.a. bei der Positronenemissionstomographie für die Diagnose von neurologischen Erkrankungen und von Krebs eingesetzt. Neuere Anwendungen zielen auch auf die Krebstherapie mittels radioaktiver Medikamente ab. Dazu bekommen die Patienten ein radioaktives Medikament verabreicht, das die Krebszellen gezielt zerstört und das gesunde Gewebe dabei schont.