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Bewertung der Anlagensicherung

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Anlagensicherung in der GRS, © iStockphoto.com/ blackredKerntechnische Anlagen – beispielsweise Kernkraftwerke oder Zwischenlager – müssen nicht nur sicher gegenüber Fehlern sein (Safety). Sie müssen ebenfalls gegenüber vorsätzlichen Einwirkungen gesichert sein (Security). Das GRS-Tätigkeitsfeld Anlagensicherung beschäftigt sich mit möglichen vorsätzlichen Fremdeinwirkungen: den sogenannten Störmaßnahmen oder sonstigen Einwirkungen Dritter (SEWD).

Ist eine kerntechnische Anlage nicht ausreichend gegen SEWD geschützt, darf sie nicht genehmigt werden. Um einer Entwendung (z.B. Diebstahl) oder einer erheblichen Freisetzung radioaktiver Stoffe durch SEWD entgegenzuwirken, sind kerntechnische Anlagen durch ein gestaffeltes System von baulichen, technischen und administrativen Maßnahmen gesichert. Diese Maßnahmen umfassen u.a.:

1.    bauliche Strukturen (wie z.B. Außenwände, Durchfahrtschutz, Schutztüren)
2.    technische Systeme (wie z.B. Detektionssysteme, Zutrittskontrolle, Beleuchtung)
3.    administrative Maßnahmen (wie z.B. Wachpersonal, Sicherheitsüberprüfung)

Die Sicherung von spaltbarem Material schließt neben Maßnahmen innerhalb von Anlagen auch alle Phasen entlang des Brennstoffkreislaufs ein (z.B. Transporte, Endlagerung radioaktiver Stoffe).

Unterstützung von Bund und Ländern in Aufsichts- und Genehmigungsverfahren
Die GRS ist Ansprechpartner des Bundes und der Länder für die Sicherung radioaktiver Stoffe – insbesondere von spaltbarem Material – entlang des kompletten Brennstoffkreislaufs. Sie begutachtet in Genehmigungs- und Aufsichtsverfahren die Sicherungskonzepte für kerntechnische Anlagen sowie für Transporte und die daraus abgeleiteten Maßnahmen.

Innerhalb von Aufsichtsverfahren prüft die GRS im Auftrag der Länder die Funktion der einzelnen Sicherungsmaßnahmen vor Ort. In Genehmigungsverfahren beurteilt die GRS die Sicherungskonzepte und ihre Umsetzung im Falle eines Neubaus, z.B. eines Zwischenlagers, und bei größeren Änderungen einer Anlage. Daneben erarbeitet die GRS z.B. für den Bund Beiträge zur Weiterentwicklung von sicherungstechnischen Lastannahmen.

Grundlage der Begutachtung bilden die im Atomgesetz, den atomrechtlichen Verordnungen, Regeln und Richtlinien fixierten Vorgaben und Vorschriften sowie der aktuelle Stand von Technik und Erkenntnis.

Internationaler Einsatz und Global Partnership Programm G8GP
Die GRS unterstützt im Auftrag des Bundes ausländische Behörden und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) bei der Weiterentwicklung des internationalen Regelwerks. Bezogen auf das Arbeitsgebiet Anlagensicherung leistet die GRS einen Beitrag zur Sicherung radioaktiver Stoffe – insbesondere spaltbaren Materials – und kerntechnischer Anlagen vor terroristischen Einwirkungen.

Die GRS leitet im Partnership-Programm der G8-Mitgliedsstaaten (G8GP) im Auftrag des Auswärtigen Amtes die deutschen Projekte zur Modernisierung des physischen Schutzes einiger kerntechnischer Großanlagen in Russland (z.B. Mayak). G8GP ist ein internationales Programm zur Bekämpfung des Terrorismus und gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und -materialien. Deutschland fördert G8GP mit insgesamt 1,5 Mrd. US$, wovon etwa 160 Mio. €  zur Modernisierung des physischen Schutzes verwendet werden. Die GRS prüft hierbei die Angemessenheit der Modernisierungsmaßnahmen und der Investitionen und führt das Projektmanagement durch.