Veröffentlichung Evaluierungsbericht 2013
Nach 1,5 Jahren intensiver Faktenzusammenstellung, Diskussionen und Abstimmung hat die GRS, Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) für Reaktorsicherheitsforschung, auf Veranlassung und im Namen des Kompetenzverbundes Kerntechnik den Bericht "
Nukleare Sicherheitsforschung - Neuorientierung an aktuellen energiepolitischen Rahmenbedingungen" veröffentlicht.
Nach der Reaktorhavarie im japanischen Kernkraftwerk Fukushima I und der daraufhin in Deutschland beschlossenen Energiewende waren auch Aufgaben und Ziele der nuklearen Sicherheitsforschung in Deutschland neu zu definieren. Der Kompetenzverbund Kerntechnik nahm sich dieser Aufgabe an und bat den Projektträger Reaktorsicherheitsforschung, GRS, federführend die an aktuellen energiepolitischen Rahmenbedingungen angepassten Zielsetzungen und Forschungsthemen zu erarbeiten und in einem Bericht darzustellen.
In einem rekursiven Prozess aus Expertensitzungen, Entwurfserstellung und einer dreistufigen Abstimmungsprozedur, in die unter anderem auch die zuständigen Bundesressorts BMBF, BMU und BMWi eingebunden waren, wurde der nun vorliegende Bericht erstellt. Er bildet den Zielrahmen und eine thematische Richtschnur für zukünftige Forschungsarbeiten in Deutschland zur nuklearen Sicherheit.
GRS rechnet am OECD-Benchmark zu Fukushima mit
Die GRS arbeitet seit November 2012 am OECD-Projekt „Benchmark Study of the Accident at the Fukushima Daiichi NPS (BSAF)“ mit. Sie beteiligt sich als eine von weltweit acht Institutionen an den vergleichenden Testrechnungen, um mit ihren Simulationscodes die Unfallabläufe in den Anlagen Fukushima Daiichi 2 und 3 nachzurechnen. Die internationalen Experten kommen im Projekt zusammen, um die Bemühungen Japans beim Rückbau der havarierten Anlage zu unterstützen und den aktuellen Status des Kernmaterials mit verschiedenen Programmsystemen zu analysieren und somit den Kenntnisstand zu schweren Unfällen in Kernkraftwerken – und speziell in Fukushima – voranzutreiben. Anhand des Vergleichs der Rechenergebnisse der verschiedenen Codes wollen die Forscher zudem ihre Methoden und Codes überprüfen und verbessern.
Einsatz von ATHLET-CD und COCOSYS
Die GRS setzt für die Berechnungen ihre Simulationscodes ATHLET-CD und COCSYS ein. ATHLET-CD ist eine Analysesoftware für Leichtwasserreaktoren zu Unfällen mit Kernzerstörung und Spaltprodukten. Mit dem Programmsystem COCOSYS lassen sich vor allem schwere Störfälle in Sicherheitsbehältern von Leichtwasserreaktoren analysieren.
Abschlussseminar zum OECD Forschungsvorhaben SERENA
Vom 5. bis 7. November 2012 fand im französischen Aix-en-Provence ein Abschlussseminar zum OECD-Forschungsvorhaben SERENA (Steam Explosion Resolution for Nuclear Applications, Laufzeit: 01.10.2007 bis 31.03.2012) statt. Ziel des Vorhabens war die Generierung experimenteller Daten bezüglich der Schmelze-Wasser-Wechselwirkungsmechanismen und der möglichen Strukturbelastungen bei Ex-Vessel-Dampfexplosionen.
Die Daten dienen der Analyse auslegungsüberschreitender Ereignisse in Kernkraftwerken, bei denen es zur Kernschmelze und dem Austritt dieser aus dem Reaktordruckbehälter in eine Wasservorlage kommt. Die Experimente wurden in den Großversuchsanlagen KROTOS (Frankreich) und TROI (Südkorea) durchgeführt. Neben Deutschland waren an dem Projekt neun weitere Länder beteiligt.
Während des Seminars wurden u.a. die Ergebnisse des Vorhabens dargestellt, die erzielten Fortschritte bei Modellierung von Schmelze-Wechselwirkungen und Dampfexplosionen und mögliche abzuleitende Aspekte für das Notfallmanagement in Kernkraftwerken diskutiert sowie die nach Abschluss des Vorhabens verbleibenden Fragestellungen und Unsicherheiten zusammengefasst. Die Ergebnisse sollen nun von Analytik-Arbeitsgruppen unter Koordination der OECD-NEA weiter ausgewertet werden.
Die deutsche Beteiligung an dem Forschungsprojekt wurde aus Mitteln der Reaktorsicherheits-forschung durch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) finanziert. Der GRS-Projektträger, der das Projekt von deutscher Seite administrativ begleitete, nahm im Auftrag des BMWi an dem Seminar teil. Ebenfalls anwesend waren Delegationen von Russland und Indien, die beide Beobachterstatus in der OECD-NEA genießen.
7. Euratom-Rahmenprogramm (2007-2013)Das Rahmenprogramm der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) für Forschungs- und Ausbildungsmaßnahmen im Nuklearbereich wurde bis 2013 verlängert. Das vorgesehene Euratom-Budget für die Jahre 2012 und 2013 beträgt 118 Millionen Euro für den Bereich der Kernspaltung - einschließlich Strahlenschutz. Aktueller Aufruf 2013: Nuclear Fission, Safety and Radiation Protection. Die Frist endet bereits am 13. November 2012. Weitere Hinweise
hier.