Die Technischen Sicherheitsorganisationen (TSO) IRSN, GRS und AVN (heute Bel V) haben im Mai 2006 das „Europäische TSO-Netzwerk“ (ETSON) gegründet. Die jeweilige TSO unterstützt ihre nationale Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde in allen wissenschaftlich-technischen Fragen zur Sicherheit der Kernenergie.
Jedes europäische Land, in dem Kernkraftwerke betrieben werden, hat nur eine TSO. Ziel dieses Netzwerkes ist die Förderung und Weiterentwicklung der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit zwischen den europäischen TSO auf dem Gebiet der kerntechnischen Sicherheit. Dieses Ziel soll insbesondere durch einen systematischen Austausch von Ergebnissen in Forschung und Entwicklung sowie von Erfahrungen aus dem Betrieb von kerntechnischen Anlagen und mit den Bewertungen der Sicherheit erreicht werden. Weiterhin will das Netzwerk Beiträge zur Harmonisierung von europäischen Praktiken bei der Bewertung der kerntechnischen Sicherheit leisten und Initiativen zur Entwicklung und Realisierung von europäischen Forschungsprogrammen unterstützen.
Diese Aktivitäten dienen insgesamt einer effektiven Weiterentwicklung des internationalen Stands von Wissenschaft und Technik durch Nutzung von gemeinsamen Ressourcen und Synergien auf allen Arbeitsgebieten.
Bereits bei der Gründung des Netzwerks wurde beschlossen, diese Zusammenarbeit allen anderen europäischen TSO zugänglich zu machen. In einem ersten Erweiterungsschritt traten im November 2008 dem ETSON die finnische TSO VTT und die Tschechische TSO UJV bei und verpflichteten sich zur Zusammenarbeit bei der Erreichung der gemeinsamen Ziele.
Die ETSON-Partner setzen sich darüberhinaus für eine weltweite Vernetzung von TSO ein. So lieferten sie wesentliche inhaltliche und organisatorische Beiträge zu einer im April 2007 in Aix-en-Provence von der IAEA veranstalteten Konferenz über die organisatorischen Herausforderungen der wissenschaftlich-technischen Unterstützung bei der Verbesserung der kerntechnischen Sicherheit. Das Ziel dieser Konferenz war die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses der Kompetenzen, Erfordernisse und Möglichkeiten der TSO sowie die Suche nach einem adäquaten Ansatz und Instrumentarium, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in der nuklearen und radiologischen Sicherheit zu entsprechen.
Die Empfehlungen der internationalen Experten aus dieser Konferenz sind im Dokument Summary and Conclusions festgehalten. Für 2010 ist eine Folgekonferenz in Japan vorgesehen, die sich mit der Umsetzung der Empfehlungen befassen wird.