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Incident Reporting System (IRS)

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© iStockphoto.com/ Drew Hadley PhotographsWie in vielen anderen Bereichen gilt auch für die Reaktorsicherheit: Nur wer aus Erfahrungen lernt, wird besser. Deshalb wertet die GRS seit vielen Jahren die Erfahrungen aus dem Betrieb von Kernkraftwerken im In- und Ausland aus. Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeiten ist die Unterstützung des Bundesumweltministeriums (BMUB) im Rahmen des Incident Reporting System (IRS).

Das IRS wurde 1980 von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der Kernenergieagentur der OECD (Nuclear Energy Agency/NEA) ins Leben gerufen, um den internationalen Austausch von Betriebserfahrungen zu erleichtern. Alle Staaten mit Kernkraftwerken nehmen am IRS teil. Kern des IRS ist eine von IAEO und NEA gemeinsam betriebene Datenbank. In dieser Datenbank werden Berichte über solche Ereignisse in Kernkraftwerken gesammelt, die relevant für die Sicherheit des Betriebs waren und auch bedeutend für andere Kernkraftwerke sein könnten. Die Berichte enthalten eine detaillierte Beschreibung des Ereignisses und der betroffenen Anlage sowie eine Bewertung, in der unter anderem die sicherheitstechnische Bedeutung des Ereignisses und dessen Ursachen dargelegt werden. Sobald ein solcher Bericht in die IRS-Datenbank eingestellt wird, werden die teilnehmenden Staaten via E-Mail informiert.

Eine tragende Funktion im IRS nehmen die sogenannten IRS-Koordinatoren ein, die von den teilnehmenden Staaten gestellt werden. Für Deutschland wird diese Aufgabe im Auftrag des BMUB von der GRS wahrgenommen. Der IRS-Koordinator entscheidet, ob ein nationales Betriebsereignis wegen seiner sicherheitstechnischen Bedeutung in das IRS aufgenommen werden soll, und ist für die Berichterstattung verantwortlich. Über diese Aufgaben hinaus bewertet und kommentiert die GRS alle IRS-Berichte über Ereignisse in ausländischen Anlagen und leitet diese an die atomrechtlichen Aufsichtsbehörden, die Kernkraftwerksbetreiber und andere Gutachter in Deutschland weiter.

Neben den Berichten über konkrete Ereignisse werden im IRS auch Studien zu generellen sicherheitstechnischen Fragestellungen bereitgestellt. Diese sogenannten „Topical Studies“ werden in internationaler Zusammenarbeit von ausgewählten Fachleuten – darunter auch Experten der GRS – erstellt. Die Themen der Studien werden in der Regel auf der jährlichen Tagung der IRS-Koordinatoren festgelegt.