Paris (RISKAUDIT)

40-44bis, boulevard Félix Faure
92320 Châtillon
Frankreich
+ 33 (0)1 55 58 31 11/12
+ 33 (0)1 55 58 31 18
Aufgabenfelder

RISKAUDIT IRSN/GRS International (EWIV)

Auf dem deutsch-französischen Gipfel am 29./30. Mai 1991 in Lille haben die für nukleare Sicherheit zuständigen Minister Klaus Töpfer und Dominique Strauss-Kahn erneut ihre Unterstützung zur Bildung gemeinsamer Strukturen der auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit spezialisierten Forschungsinstitute bekräftigt. Ziel ist die Teilnahme an Maßnahmen zur Verbesserung der nuklearen Sicherheit in mittel- und osteuropäischen Ländern.

 

Unternehmensform

GRS und IRSN haben im Rahmen dieser Erklärung eine gemeinsame Struktur geschaffen in der Form einer Europäischen Wirtschaftlichen Interessenvereinigung (EWIV) - Groupement europeènne d'intèrest économique (GEIE) - , in der beide Partner die gleichen Anteile tragen. Im August 1992 wurde die EWIV mit dem Firmennamen RISKAUDIT IPSN/GRS International (EWIV) gegründet. Die Geschäftsführer sind die Herren Joel Bardelay und Andre Petry. Der Sitz der Gesellschaft ist in Châtillon / Frankreich.

 

Zielsetzung

Diese Gruppierung zielt auf die Bildung eines Sachverständigenzentrums internationalen Zuschnitts ab, das aktiv in die Sicherheitsbewertung von im Bau und im Betrieb befindlichen Anlagen eingeschaltet werden kann. Ein Schwerpunkt der Anstrengungen von RISKAUDIT ist derzeit die Sicherheitsbewertung der Nuklear-Anlagen in Mittel- und Osteuropa mit den örtlichen Partnern, hier insbesondere mit den russischen und ukrainischen Partnern. Diese Zielrichtung bedeutet eine Verstärkung der Verbindung zwischen GRS und IRSN, die bereits mit der Vereinbarung vom 19. Juli 1989 geschlossen wurde, um eine Konvergenz der deutschen und französischen technischen Sicherheitsanforderungen zu erreichen, was auch vorteilhaft für die gemeinsame Entwicklung neuer Reaktorkonzepte sein wird. Auf lange Sicht gesehen wird diese Konvergenz die Harmonisierung der Sicherheitsziele in Europa positiv beeinflussen. Wie die Muttergesellschaften ist RISKAUDIT eine gemeinnützige Organisation.

 

Die Finanzierung
wird durch Verträge gesichert, die RISKAUDIT mit staatlichen oder privaten Organisationen in den betreffenden Ländern im Rahmen von Unterstützungsprogrammen der Europäischen Kommission oder anderer nationaler und internationaler Organisationen (zuständige Ministerien in Frankreich und Deutschland, etc.) verbinden.

 

Aufgaben

Die ersten Sicherheitsbeurteilungen der WWER-Reaktoren wurden von GRS und IRSN bereits vor dem Fall der Berliner Mauer durchgeführt. Zur Zeit sind die Analysen der WWER-Reaktoren 440/230 und 213 in Greifswald und der WWER-Reaktoren 1000 in Stendal, die in Zusammenarbeit mit den russischen Partnern getätigt wurden, die wichtigsten Grundlagen für Arbeiten an den Reaktoren dieser Typenreihen. Insbesondere sind wichtige Arbeiten am bulgarischen Kraftwerk Kozloduy seit Ende 1991 in Zusammenarbeit mit belgischen und englischen Partnern im Gange. Diese Arbeiten laufen parallel zu denen, die von den Elektrizitätsgesellschaften aus dem Westen, organisiert im WANO-Konsortium (World Association of Nuclear Operators), durchgeführt werden, wobei unter diesen besonders EDF zu erwähnen ist. Diese doppelte Unterstützung - einerseits die der Sicherheitsbehörden, andererseits die der Betreiber - ist eine Arbeitsmethode, die CEC bevorzugt. Insbesondere wurde diese Methode erneut beim Kraftwerk Rovno in der Ukraine im Rahmen eines Vertrags angewandt, dessen Hauptziel es ist, ein Genehmigungsverfahren für die Typenreihen WWER 440/213 und 1000 von Rovno einzuführen. Dieses Verfahren ist völlig neu für dieses Land und wird zu bedeutenden Analysearbeiten und unterstützenden Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Betreiber führen.

Andere Projekte behandeln die Übertragung von Rechenprogrammen (ATHLET, ATHLET-CD, CATHARE, ESCADRE usw.), die Ausbildung des Personals, die Verfahrensmethoden bei schweren Unfällen und probabilistische Untersuchungen. Diese Arbeiten betreffen Russland, die Tschechische Republik, die Slowakische Republik und Bulgarien.

 

Eine andere Art von Aktivitäten betrifft die Sicherheitsbewertung von Kraftwerken, deren Errichtung unterbrochen wurde und die deshalb in Zusammenarbeit mit westlichen Partnern vollendet werden könnte. Es handelt sich hier gerade darum, sicherzustellen, dass das Sicherheitsniveau der endgültigen Ausführung mit Blick auf die in Westeuropa angewandten Kriterien akzeptiert werden kann. Dies trifft besonders für Temelin (Tschechische Republik) und Mochovce (Slowakische Republik) zu.

 

Um die Zusammenarbeit mit Russland und der Ukraine weiterzuentwickeln, haben GRS, IRSN und RISKAUDIT die Öffnung von zwei ständigen örtlichen Büros beschlossen. Das eine wurde in Moskau am 23. Februar 1993 eröffnet, das andere, das in Kiew zu Beginn des Jahres 1993 eingerichtet wurde, hat sich in seinen endgültigen Räumlichkeiten im Juni 1994 installiert.


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