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Reaktorsicherheit in Osteuropa

Seit über 20 Jahren beteiligt sich die Bundesregierung, allen voran das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), das Auswärtige Amt (AA) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), an internationalen Programmen und Maßnahmen zur Verringerung und Beseitigung nuklearer Gefahren- und Risikopotentialen in den Staaten Mittel- und Osteuropas. Die GRS hat in dieser Zeit wichtige Fachkompetenzen aufgebaut und sich zum nationalen Kompetenzträger Nukleare Sicherheit Osteuropa entwickelt.

Aufgaben und Ziele sind u. a.: Verbesserung der Sicherheit der KKW, Abschaltung mehrerer KKW, Aufbau und Stärkung unabhängiger atomrechtlicher Behörden, verbesserte Sicherheitsstandards und Sicherheitspraxis. Dazu gehören auch die Sanierung des Sarkophags in Tschernobyl, Sicherheitsverbesserungen in Armenien oder die Beseitigung missbräuchlich verwendbarer nuklearer Gefahrenpotentiale.

Die Aktivitäten zur nuklearen Sicherheit in Osteuropa sind Bestandteil vielfältiger bi- und multilateraler Zusammenarbeit:

  • Multilaterales Aktionsprogramm der G7 (München 1992) sowie weitere gemeinsame Erklärungen auf allen nachfolgenden G7/G8-Gipfeln und aktive Mitarbeit in G8 NSSG
  • Multilaterale Fonds bei der EBWE (NSA, CSF, IIDSF)
  • EU-Unterstützungsprogramme sowie Steuerungs- und Beratungsgremien: INSC und RAMG
  • Mitarbeit in internationalen Koordinierungs- und Steuerungsgremien
  • Projekte und Programme der EU, der IAEO, der NEA u. a.
  • Bilaterale Zusammenarbeit mit osteuropäischen Genehmigungsbehörden und TSO.

Aktuelle Themen der Zusammenarbeit mit Osteuropa sind Transfer deutscher Sicherheitspraxis, Transfer fortschrittlicher Störfallanalysecodes, Lösung von Sicherheitsfragen des Bubble Condenser Containments (BCC), Zusammenarbeitsprogramme mit osteuropäischen Behörden, Vor-Ort-Unterstützung, etc.

Im GRS-Intranet Informationspool DOKU OST hat die GRS das über Jahre angehäufte Wissen größtenteils auch elektronisch verfügbar gemacht. Über 33.000 Unterlagen wurden inzwischen archiviert und ergänzt mit einer Zusammenstellung wichtiger Gesetze, Regeln und Richtlinien in der sogenannten Regelwerksdatenbank DOCU EAST REG.

Weiterhin entstanden Handbücher für die einzelnen Reaktorbaulinien wie WWER-440, WWER-1000 und RBMK. Dieser Informationsbestand und weitere Dokumentationen zu den aktuellen Vorhaben sind für die GRS-Mitarbeiter im GRS-Intranet und für Partnerinstitutionen auf einer Zusammenarbeitsplattform verfügbar.