Szenarienentwicklung

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Eine wesentliche Grundlage für die Beurteilung der der Sicherheit von Endlagern in der Nach-verschlussphase ist die Ermittlung von zukünftigen möglichen Entwicklungen (relevanter Sze-narien), die zu einer Radionuklidfreisetzung führen können. Die Identifizierung, ausführliche Beschreibung und Auswahl relevanter Szenarien ist Aufgabe der Szenarienentwicklung.

International werden unterschiedliche methodische Ansätze zur Szenarienentwicklung verfolgt und angewandt. Die Ableitung und Beurteilung von Entwicklungsmöglichkeiten ist dabei ein höchst interdisziplinärer Prozess. Der Grund dafür liegt in den unterschiedlichen Einflussfaktoren, die die Einbeziehung einer Vielzahl verschiedener Fach- und Wissensgebiete unabdingbar macht. Um sich zu dieser komplexen Thematik im Rahmen des deutschen Endlagerprogramms einen allgemeinen Zugang im Sinne einer Diskussions- und Verständigungsbasis zu verschaffen, wurde der Arbeitskreis "Szenarienentwicklung" gebildet.

Arbeitskreis „Szenarienentwicklung“: Aufgaben und Themen
Der Arbeitskreis setzt sich aus Vertretern verschiedener Institutionen zusammen, die sich in Deutschland intensiv mit der Thematik Szenarienentwicklung auseinandersetzen. Mit der konstituierenden Sitzung im Jahre 1997 hat sich der Arbeitskreis zur Aufgabe gemacht
•    ein gemeinsames Verständnis zu den verschiedenen Schwerpunkten der                                          Szenarienentwicklung zu entwickeln und in die Fachwelt zu transportieren,
•    neue Entwicklungen und Trends zu diskutieren,
•    gemeinsame Positionen herauszuarbeiten und zu publizieren bzw. öffentlich zu machen,
•    den Dialog zu suchen und Konsensbildung herbeizuführen
•    aber auch unterschiedliche Ansichten, Meinungen und Verfahrensweisen zu identifizieren.

Schematische Darstellung der Einteilung von Szenarien (Quelle: GRS)

Themen, die der Arbeitskreis in der Vergangenheit behandelt hat, bezogen sich z. B. auf Definitionen und Begriffsbestimmung, Vergleich und Bewertung von Methoden, Einteilung von Szenarien in Wahrscheinlichkeitsklassen, Behandlung zukünftiger menschlicher Aktivitäten und insbesondere das menschliche Eindringen in ein Endlager. Aktuell setzt sich der Arbeitskreis mit dem Thema der Behandlung von unwahrscheinlichen Szenarien auseinander.