Delegation aus der Slowakischen Republik zu Gast in der GRS Köln

24.02.2017

Vom 13. bis 17. Februar 2017 hat sich eine Delegation aus der Slowakischen Republik, bestehend aus einer Vertreterin der slowakischen Gesundheitsbehörde und drei Vertretern von slowakischen Technischen Sicherheitsorganisationen, in der GRS Köln über die deutsche Vorgehensweise bei der Stilllegung kerntechnischer Anlagen und Maßnahmen zur Verringerung des bei der Stilllegung anfallenden radioaktiven Abfalls informiert. Dieses Training war Teil eines technischen Kooperationsprogramms zwischen der Internationalen Atomenergie-Organisation (International Atomic Energy Agency, IAEA) und der Slowakischen Republik zum Thema “Increasing Effectiveness of Radioactive Waste Management and Quality of Documentation for Decommissioning Projects”.

Das Training bestand aus einer Reihe von Vorträgen der GRS
  • zu den internationalen Anforderungen und Empfehlungen an Behandlung radioaktiver Reststoffe und Abfälle,
  • zur Stilllegung kerntechnischer Anlagen in Deutschland,
  • über Maßnahmen zur Behandlung radioaktiver Reststoffe und Abfälle in Deutschland,
  • zu den erwarteten Massenströmen an radioaktiven Reststoffen und Abfällen aus der Stilllegung von Kernkraftwerken in Deutschland inklusive eines Vergleiches mit internationalen Erfahrungen und
  • zu den Regelungen zur Freigabe radioaktiver Stoffe in Deutschland, den zugehörigen Expositionsszenarien und zur Simulation des Langzeitverhaltens von Radionukliden, die im Rahmen einer spezifischen Freigabe in eine Deponie eingebracht werden.
Ein Vertreter des Bundesumweltministeriums (BMUB) gab einen Ausblick auf die Änderungen im Strahlenschutzrecht bzgl. der Freigabe radioaktiver Stoffe, welche aufgrund der Umsetzung der Grundnormen im Strahlenschutz (Richtlinie 2013/59/Euratom) zu erwarten sind.
Abgerundet wurde die Trainingswoche durch zwei Exkursionen. So konnte zum einen bei der Firma Siempelkamp in Krefeld die Schmelzanlage CARLA (Central Plant fort he Recycling of Low-Level Radioactive Waste) in Augenschein genommen werden.
In der CARLA können kontaminierte Metalle eingeschmolzen werden. Hierdurch erfolgt eine Volumenreduktion, und je nach Art der Kontamination eine Aufkonzentration der radioaktiver Stoffe in der Schlacke, so dass das verbleibende Metall mitunter rezykliert und dem konventionellen Stoffkreislauf zugeführt werden kann. Die zweite Exkursion führte die Teilnehmer zum Unternehmen Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe (KTE) mit Besichtigung der Einrichtungen zur Behandlung und Zwischenlagerung der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle.