Fukushima: Neuer GRS-Bericht zu Ablauf- und Quellterm-Analysen des Unfalls veröffentlicht

12.06.2018

Im Rahmen des von der Energieagentur der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD/NEA) initiierten Forschungsprojektes „Benchmark Study of the Accident at the Fukushima Daiichi Nuclear Power Station” (kurz: BSAF) hat die GRS weitergehende Untersuchungen angestellt. In der im März 2018 abgeschlossenen Phase II des BSAF-Projektes ging es um Untersuchungen zu den freigesetzten Spaltprodukten und den Ablauf des Unfalls im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse wurden nun im Rahmen eines GRS-Berichts veröffentlicht.

Unter anderem wurden das Spaltproduktverhalten in den Blöcken 1 bis 3 und der Quellterm aus den Anlagen für die ersten drei Wochen des Unfallablaufes bis Ende März 2011 ermittelt und, soweit möglich, mit gemessenen Daten aus den Anlagen verglichen. Zudem wurden im Reaktor verbliebene radioaktive Stoffe ermittelt sowie Aussagen zur Rückhaltung von Spaltprodukten und zum Quellterm in die Umgebung erarbeitet. Eine weitere Zielsetzung bestand in der Anwendung und Verbesserung von Methoden und Codes zur Simulation von Unfallabläufen in Kernkraftwerken und zur Reduzierung der verbleibenden Unsicherheiten in der Simulation.

Hintergrund zum OECD/NEA-Projekt BSAF

Zur wissenschaftlichen Unterstützung japanischer Organisationen beim langfristigen Rückbau der durch die Reaktorunfälle im März 2011 zerstörten Blöcke in Fukushima Daiichi wurde im Juni 2012 das OECD/NEA-Projekt „Benchmark Study of the Accident at the Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (BSAF)“ initiiert. Die deutsche Beteiligung am OECD/NEA BSAF-Projekt erfolgte über Vorhaben des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi).

Die Arbeiten der GRS als deutsche Sachverständigenorganisation in der Phase II des Projektes (Mai 2015 - März 2018) wurden in einem separaten Forschungsprojekt des BMWi durchgeführt, parallel zu Forschungsvorhaben zur Weiterentwicklung der Simulationscodes ATHLET-CD und COCOSYS.

Einen persönlichen Einblick in die Arbeiten im Rahmen des BSAF-Projektes und insbesondere auch zu den Fragestellungen, mit denen sich Forscherinnen und Forscher im Nachgang an den Reaktorunfall in Fukushima beschäftigen, gibt das Interview mit dem GRS-Kollegen Dr. Martin Sonnenkalb.

Weitere Informationen

GRS-Bericht 485: Unfallablauf- und Quelltermanalysen zu den Ereignissen in Fukushima im Rahmen des OECD/NEA BSAF-Projektes Phase II
Weitere Informationen zu den Aktivitäten der GRS anlässlich des Reaktorunfalls in Fukushima
GRS-Broschüre: Fukushima – Unfallablauf, radiologische Folgen (2016, 5. überarbeitete Auflage)