GRS-Workshop 2019 zur Sicherheit der längerfristigen trockenen Zwischenlagerung (SEDS)

12.06.2019

Vom 5. bis 7. Juni 2019 fand am GRS-Standort Garching bei München der diesjährige Workshop zur Sicherheit der längerfristigen trockenen Zwischenlagerung von abgebrannten Brennelementen (Safety of Extended Dry Storage of Spent Nuclear Fuel – SEDS) statt. Die Expertinnen und Experten von 24 Instituten und sieben Ländern trafen sich bereits das dritte Jahr in Folge, um Aspekte der Sicherheit bei der längerfristigen Zwischenlagerung zu diskutieren.

Da es aktuell auf der Welt noch kein Endlager für hochradioaktive Abfälle gibt, ist die längerfristige Zwischenlagerung ein Thema, das derzeit viele Länder beschäftigt. Ziel des Workshops war es deshalb, den wissenschaftlichen Austausch zwischen den verschiedenen Ländern über Forschungsarbeiten bezüglich der Langzeitsicherheit für Behälter und Inventare zu fördern. Das diesjährige Programm mit insgesamt 18 Vorträgen spiegelte die Vielfalt der wissenschaftlichen Aktivitäten in der Zwischenlagerung wider. Schwerpunkte bildeten die Veränderung des Inventars im Hinblick auf das Brennstabverhalten von Hüllrohrmaterialien bei hohen Abbränden, die Simulation der thermischen Ausbreitung im Behälter und dessen mechanische Auswirkungen auf die Brennstäbe. Darüber hinaus wurden weitere Aspekte angesprochen, z.B. zerstörungsfreie Tests von Behältern, Langzeittests von Behälterdichtungen sowie Alterungsmanagementfragen.

Hintergrund Zwischenlagerung

Abgebrannte Brennelemente werden aus dem Kern des Reaktors entfernt. Anschließend werden sie im Abklingbecken gelagert, bis ihre Radioaktivität und Wärme soweit abgeklungen sind, das sie in Transport- und Lagerbehältern verpackt werden können. Zumeist handelt es sich dabei um sogenannte CASTOR-Behälter. Bis ein Endlager existiert werden die Behälter in Zwischenlagern aufbewahrt. Die ursprünglich geplante Aufbewahrungsdauer von maximal 40 Jahren wird allerdings nicht in allen Fällen ausreichen bis es ein Endlager gibt. Eine sichere Zwischenlagerung muss deshalb auch für die verlängerten Zeiträume gewährleistet sein.

Arbeiten der GRS zur längerfristigen Zwischenlagerung

Die GRS forscht im Auftrag des Bundesumweltministeriums sowie des Ministeriums für Wirtschaft und Energie in mehreren Vorhaben zu Sicherheitsaspekten, die während der längerfristigen Zwischenlagerung von bestrahlten Brennelementen und anderen hochradioaktiven Abfällen relevant sind. Seit 2017 veranstaltet die GRS einmal jährlich den Workshop zur längerfristigen Zwischenlagerung.

Weitere Informationen

Arbeiten der GRS zur Zwischenlagerung