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INES - International Nuclear and Radiological Event Scale

Bild: GRSINES steht für International Nuclear and Radiological Event Scale und ist ein internationaler Bewertungsmaßstab für sogenannte „Ereignisse“ in kerntechnischen Anlagen (Kernkraftwerken, Zwischenlager etc.) aber auch allgemein bei sämtlichen Ereignissen im Zusammenhang mit radioaktiven Stoffen. Ereignis bezeichnet dabei Abweichungen vom normalen Betrieb oder Ablauf. Jedoch stellt nicht jede Abweichung eine Gefahr für die Sicherheit dar. INES ermöglicht es, ein Ereignis sicherheitstechnisch einzuordnen und Öffentlichkeit und Behörden über mögliche Auswirkungen zu informieren. Weltweit nutzen derzeit über 60 Staaten dieses Instrument.

 

Entstehung von INES

Entwickelt wurde INES 1990 von der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) und die Kernenergieagentur der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD/NEA). Ursprünglich war INES zur Einordnung von Ereignissen in Kernkraftwerken vorgesehen. Später wurde der Anwendungsbereich auf verschiedenste kerntechnische Anlagen sowie den Transport, die Lagerung und die Nutzung von radioaktiven Stoffen und Strahlenquellen erweitert.

Bewertungsstufen von INES

INES besteht aus sieben Stufen, die zur Einordnung der sicherheitstechnischen Bedeutung eines konkreten Ereignisses genutzt werden. Stufe 1 beschreibt dabei eine sogenannte „Störung“; Stufe 7 einen „Katastrophalen Unfall“. Ereignisse der Stufen 2 und 3 werden als „Störfälle“ bezeichnet. Alle höher eingestuften Ereignisse gelten als „Unfälle“. Die sicherheitsbezogene Bedeutung steigt mit jeder Stufe. Im Lauf der Jahre ist es darüber hinaus üblich geworden, Ereignisse ohne oder mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung in eine „Stufe 0“ einzuordnen.

INES-Handbuch

Zur Einordnung eines Ereignisses wird ein umfangreicher Katalog von Kriterien herangezogen, der in einem INES-Handbuch der IAEO veröffentlicht ist. Zurzeit erstellt die GRS die deutsche Fassung des aktualisierten INES-Handbuches.

Seit der Einführung der INES in Deutschland im Jahre 1991 wurden drei Ereignisse der Stufe 2 zugeordnet. Der weitaus größte Teil der Ereignisse fällt in die Stufe 0 (97 % der Ereignisse).

INES-Officer

Kommt es in Deutschland zu einem Ereignis, das Bedeutung für die kerntechnische Sicherheit hat, nimmt der Betreiber der Anlage eine kurzfristige Ersteinstufung des Ereignisses nach INES vor. Diese leitet er zusammen mit der Meldung des Ereignisses an die zuständige Aufsichtsbehörde weiter. Diese Einstufung wird in Deutschland wie in allen anderen teilnehmenden Staaten durch den sogenannten nationalen INES-Officer überprüft. Diese Funktion nimmt in Deutschland im Auftrag des Bundesumweltministeriums ein Experte der GRS wahr.

Der INES-Officer hat folgende Aufgaben:
•    Überprüfung der INES-Einstufung
•    Weiterleitung der Ereignisse ab INES-Stufe 2 an die IAEO
•    fachlicher Ansprechpartner für Betreiber und Behörden
•    Austausch der Erfahrungen im Umgang mit INES
•    Weiterentwicklung des Systems im Rahmen der IAEO

Video: Was uns INES über Ereignisse in Kernkraftwerken verrät

Weitere Informationen

Mehr zur INES in der GRS
INES-Datenbank der IAEO