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Ionisierende Strahlung

Führt eine Strahlung bei Atomen zur Abgabe von Elektronen − also zur sogenannten Ionisation − bezeichnet man diese als ionisierende Strahlung. Ein bekanntes Beispiel für ionisierende Strahlung ist die Röntgenstrahlung. Auch von radioaktiven Stoffen geht ionisierende Strahlung aus. Da radioaktive Atome instabil sind, zerfallen sie nach einer gewissen Zeit. Dabei setzen sie Energie in Form von ionisierender Strahlung frei. Umgangssprachlich wird ionisierende Strahlung oft auch fälschlicherweise radioaktive Strahlung genannt. Radioaktivität ist jedoch die Eigenschaft der radioaktiven Atome, die zerfallen und dabei ionisierende Strahlung aussenden.

Man unterscheidet beim radioaktiven Zerfall folgende Arten ionisierender Strahlung:

- Alphastrahlung (z.B. bei Polonium-210 oder Radon-222)
- Betastrahlung (z.B. bei Strontium-90 oder Jod-131)
- Gammastrahlung (z.B. bei Cobalt-60 oder Technetium-99)
- Neutronenstrahlung

Bei den meisten Zerfällen tritt eine Kombination aus verschiedenen Strahlungsarten auf.

Wirkung ionisierender Strahlung

Ionisierende Strahlung weist ein gewisses Gefährdungspotenzial auf. Die Wirkung auf den Organismus hängt dabei von Art, Energie und Dauer der Bestrahlung ab. Auch der Weg, wie die Strahlung in den Körper gelangt, spielt eine Rolle. Gammastrahlung z. B. durchdringt das Gewebe und kann bereits durch äußere Einwirkungen zu einer Schädigung des inneren Gewebes und des Erbgutes führen. Alphastrahlung ist außerhalb des Körpers weitgehend ungefährlich. Innerhalb des Körpers schädigt sie das Gewebe vergleichsweise stark.

Innerhalb des Körpers reagieren die verschiedenen Organe sehr unterschiedlich auf ionisierende Strahlung. Die Schleimhäute von Magen und Darm, die Lunge und die Geschlechtsorgane sind beispielsweise empfindlicher als die Haut oder die Knochen.

Schutz vor ionisierender Strahlung

Zum Schutz von Mensch und Umwelt vor der schädlichen Wirkungen ionisierender Strahlung sind in Deutschland umfangreiche Regelungen u. a. durch das Atomgesetz (AtG) , der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) und der Röntgenverordnung (RöV) getroffen worden. Darüber hinaus setzen sich verschiedene Institutionen national und international für den Schutz vor ionisierender Strahlung ein (z. B. die Strahlenschutzkommission (SSK), die Internationale Commission on Radiological Protection (ICRP) , die Internationale Atomenergie-Organisation (IEAO) ). Zentraler Punkt ist dabei die Minimierung der Dosis ionisierender Strahlung für den Menschen. Auch unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte ist die Strahlenexposition so gering wie möglich zu halten.

Im beruflichen Bereich, d. h. bei Personen, die z.B. in Kernkraftwerken arbeiten, wird die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte mit Hilfe von amtlich ausgegebenen Dosimetern behördlich überwacht.

Video: Was sind die Unterschiede zwischen Alpha-, Beta- und Gammastrahlung?