EUROSAFE 2019: Internationale Fachkonferenz zur nuklearen Sicherheit in Köln

05.11.2019

Mehr als 220 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Forschung, Behörden und Industrie trafen diese Woche in Köln zur diesjährigen EUROSAFE zusammen. Die Teilnehmenden aus mehr als 28 Ländern kamen zu der Fachkonferenz des Europäischen Netzwerks der technischen Sicherheitsorganisationen (ETSON) zusammen, um aktuelle Themen rund um die Sicherheit kerntechnischer Anlagen, die Entsorgung radioaktiver Abfälle und den Strahlenschutz zu diskutieren.

Programm: Fachvorträge, Science Slam, TSO Café

Das Programm setzte sich aus vielfältigen Fachvorträgen, vertiefenden Seminaren und Beiträgen zu übergeordneten Aspekten der nuklearen Sicherheit zusammen. Hans Wanner, Generaldirektor des Schweizer Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI) und derzeitiger Vorsitzender der Western European Nuclear Regulators Association (WENRA), reflektierte in der Plenarsitzung über den Nutzen internationaler Peer Reviews zur Verbesserung der nuklearen Sicherheit.

Wie in den Vorjahren traten vier junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem Science Slam um den ETSON Award gegeneinander an. Unser Kollege Matthias Dewald überzeugte mit seinem Vortrag zum Einsatz der Beschleuniger-Massenspektrometrie in der Stilllegung kerntechnischer Anlagen sowohl die Jury als auch das Publikum und belegte den ersten Platz. Über den zweiten Platz kann sich mit Simone Tillmann ebenfalls eine Mitarbeiterin der GRS freuen. Sie stellte in ihrem Kurzreferat Modellierungsansätze zur Sicherheitsbewertung von Anlagen zur Entsorgung radioaktiver Abfälle am Vektorstandort in der Tschernobyl-Schutzzone vor. Der jährlich vom Junior Staff Programme ausgelobte Award zeichnet Arbeiten junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die im Rahmen von Kooperationen unter Mitgliedern des ETSON-Netzwerkes entstanden sind. Die Plätze 1 und 2 sind mit 3.000 beziehungsweise 2.000 Euro dotiert.

Zum Abschluss des ersten Tages hielt Maarten Steinbuch, Professor an der Technischen Universität Eindhoven, einen fesselnden Vortrag über die Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz und Robotik.
Am zweiten Konferenztag trafen sich hochrangige Vertreter der Europäischen Kommission, von ETSON und WENRA und der kerntechnischen Industrie, um mit dem Publikum über den Nutzen internationaler Netzwerke im Bereich der nuklearen Sicherheit zu diskutieren. In drei fachlichen Sessions tauschten sich die Fachleute zu den Themen Forschung und Bewertung nuklearer Sicherheit, Endlagerung und Stilllegung sowie Strahlen- und Umweltschutz aus.

Neben der Vielfalt an Vorträgen und Diskussionen bot die EUROSAFE-Konferenz auch die Möglichkeit, mit den ETSON-Mitgliedsorganisationen in Kontakt zu treten. Insgesamt 16 Institutionen – darunter auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) – stellten sich dieses Jahr mit Ständen und Präsentationen im Rahmen des TSO Café vor.

Weitere Informationen

Programm der EUROSAFE
EUROSAFE-Website