GRS mit Beiträgen bei internationalem Treffen der Technischen Sicherheitsorganisationen in Brüssel

15.10.2018

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Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) lädt Technische Sicherheitsorganisationen (TSO) vom 15. bis zum 18. Oktober 2018 nach Brüssel zur „International Conference on Challenges Faced by Technical and Scientific Support Organizations in Enhancing Nuclear Safety and Security“ ein.  Insgesamt werden 300 Teilnehmende aus 68 Ländern erwartet. Mit der diesjährigen Konferenz wird die Reihe der TSO-Konferenzen fortgesetzt, die die IAEO im Jahr 2007 ins Leben gerufen hat. Die Veranstaltung richtet sich an Vertreterinnen und Vertretern aus TSO, nationalen Behörden, Forschungseinrichtungen und Industrie.

Themenschwerpunkte der Konferenz

Übergeordnetes Ziel der Konferenz ist der Austausch zu unterschiedlichen Initiativen und Methoden, mit denen die Expertise und die Leistungsfähigkeit von TSO zur Unterstützung von nationalen Behörden erhalten und weiter ausgebaut werden sollen. In diesem Rahmen werden sich die Teilnehmer aus rund 35 Ländern beispielsweise mit der Frage befassen, wie sogenannte Self-Assessments dazu beitragen können, die eigenen technischen und wissenschaftlichen Fähigkeiten zu analysieren und in der Folge zu verbessern. Weitere Aspekte, die auf der Konferenz adressiert werden, umfassen die Beiträge von TSO zu einer fortlaufenden Aktualisierung und Optimierung von Standards und Empfehlungen der IAEO, die Rolle von TSO bei der Verbesserung der nuklearen Sicherheit und des Strahlenschutzes bei technischen Anwendungen außerhalb der Kerntechnik und die weitere Stärkung internationaler Zusammenarbeit.

Das Programm der Konferenz umfasst sechs Topical Sessions mit insgesamt 40 Vorträgen und über 50 Poster-Präsentationen. Die Themen der Topical Sessions reichen von dem Austausch von Erfahrungen aus der Zusammenarbeit von TSO und Behörden über aktuelle technisch-wissenschaftliche Herausforderungen bis zur Kommunikation mit der Öffentlichkeit und Stakeholdern.

Beiträge der GRS

Neben der Mitwirkung bei der Programmgestaltung zur Konferenz hat der technisch-wissenschaftliche Geschäftsführer der GRS, Uwe Stoll, den Vorsitz der Themengruppe zur Rolle der TSO bei der behördlichen Unterstützung inne. Carla Eibl-Schwäger, Leiterin der Stabsstelle Internationale Beziehungen bei der GRS, übernimmt den Vorsitz der Themengruppe Internationale Kooperation. Darüber hinaus werden Fachkollegen der GRS in Brüssel mit folgenden Fachvorträgen und Poster-Präsentationen vertreten sein:

Dr. Marina Röwekamp – PSA Lessons Learned from Viewpoint of the ETSON TSOs
Dr. Michael Kund – Support to European Nuclear Regulatory Authorities in the Field of Nuclear Safety
Dr. Martin Sonnenkalb – Current challenges in nuclear safety R&D especially code development
Dr. Selma Kus – Enhancing Emergency Preparedness and Response in Germany
Dr. Judith Flügge – Challenges on the way to Final Disposal of High Level Radioactive Waste

Dr. Romain Henry gewann den ETSON-Award für seinen Vortrag "Neutronics and thermal-hydraulics coupling for simulations of the Triga Mark II reactor".

Die Ergebnisse der diesjährigen Konferenz werden in Form von Proceedings von der IAEO veröffentlicht.

Hintergrund: Aufgaben einer TSO

Die Technische Sicherheitsorganisation (TSO) eines Landes unterstützt die jeweiligen nationalen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden in allen wissenschaftlich-technischen Fragestellungen zur nuklearen Sicherheit. Als TSO Deutschlands berät die GRS den Bund in seiner Funktion als zentrale Fachorganisation auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit, der Entsorgung radioaktiver Abfälle und des Strahlenschutzes. So wird die GRS in ihrer Rolle als TSO vom Bund beispielsweise mit kurzfristigen Gutachten und Stellungnahmen zu technischen Sachverhalten ebenso beauftragt, wie mit längerfristig angelegten Forschungsprojekten. Darüber hinaus nimmt die GRS im Auftrag des Bundes auch häufig dessen Vertretung in internationalen Gremien wahr.

Europäisches TSO-Netzwerk ETSON

Gemeinsam mit den Technischen Sicherheitsorganisationen IRSN (Frankreich) und BelV (Belgien) hat die GRS im Jahr 2006 das European Technical Safety Organisations Network – kurz: ETSON  – gegründet. Bis heute ist der Kreis der Mitglieder auf 17 Organisationen (davon drei Behörden aus Japan, Russland und der Ukraine als assoziierte Mitglieder) angewachsen. Zu den Zielen des Netzwerks gehören neben der wissenschaftlichen Zusammenarbeit auch die Entwicklung gemeinsam genutzter Methoden – formuliert in Technical Safety Assessment Guides – und der langfristige Erhalt von Kompetenzen.

Weitere Informationen

Website zur Konferenz
Programm
ETSON – Europäisches TSO-Netzwerk