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Deckgebirge

Bild: GRSAls Deckgebirge bezeichnen Geologen geschichtete Gesteinsbereiche, die auf einem älteren Grundgebirge liegen. Die Endlagerforschung versteht unter dem Begriff meist Gesteinsschichten, die das Wirtsgestein eines Endlagers für radioaktive Abfälle überlagern. Oft werden auch die Gesteinsschichten zum Deckgebirge gerechnet, die das Wirtsgestein umgeben.

Das Deckgebirges als geologische Barriere
Durch ein mächtiges Deckgebirge wird das Endlager  vor oberirdischen Einflüssen (z. B. Eiszeiten) geschützt. Darüber hinaus kann das Deckgebirge durch seine Zusammensetzung zusätzlich auch  rückhaltende Eigenschaften für möglicherweise freigesetzte radioaktive Stoffe haben. Die Untersuchung des Deckgebirges ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Standorterkundung.

Im Rahmen der Langzeitsicherheitsbewertung für Endlager wird berücksichtigt, dass die rückhaltenden Eigenschaften des Deckgebirges z. B. durch oberflächennahe Einflüsse beeinträchtigt werden können. So ist am Standort Gorleben durch frühere eiszeitliche Prozesse die Gorlebener Rinne entstanden, die als Grundwasserleiter ein potenzieller Transportweg für möglicherweise gelöste radioaktive Stoffe darstellen kann.

Aus diesem Grund wird in Endlagerkonzepten für hochradioaktive wärmeentwickelnde Abfälle vom Deckgebirge kein Kredit genommen. Der sichere Einschluss der radioaktiven Stoffe muss allein von den technischen Endlagerkomponenten und dem sogenannten einschlusswirksamen Gebirgsbereich geleistet werden. Der einschlusswirksame Gebirgsbereich ist der Teil des Wirtsgesteins, der das Endlagerbergwerk als geologische Barriere umgibt. Die Sicherheit des Endlagers beruht wesentlich auf der langfristigen Stabilität dieser geologischen Umgebung. Die rückhaltenden Eigenschaften des Deckgebirges stellen in solchen Endlagerkonzepten eine zusätzliche Sicherheitsreserve bereit.

Das Thema Deckgebirge in der GRS
Die GRS untersucht in ihren Arbeitsfeldern Endlagerforschung  und Endlagerbewertung  die Gesteins- und Isolierungseigenschaften des Deckgebirges. So hat die GRS beispielsweise die Ergebnisse geochemischer und für den Stofftransport in der Geosphäre − u. a. das Deckgebirge − relevante Experimente in der SODA Sorptionsdatenbank  zusammengestellt und bewertet.