EURATOM

Bild: GRSEURATOM steht für Europäische Atomgemeinschaft. Hinter der Abkürzung verbirgt sich eine internationale Organisation, die an die Europäische Union angegliedert ist und sich für die friedliche Nutzung der Kernenergie engagiert. Gegründet wurde EURATOM 1957 über die Unterzeichnung des Vertrags zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft als 2. der Römischen Verträge.

Bis heute ist er in 27 EU-Ländern gültig – auch in denen, die bereits den Atomausstieg beschlossen haben. 2007 wurde der Vertrag aktualisiert und an die neuen Vorschriften des EU- und EG-Vertrags angepasst.

Aufgaben und Ziele von EURATOM
EURATOM hat die übergeordnete Aufgabe, die Kerntechnik in Europa gemeinschaftlich zu fördern. Vor allem der gemeinsame Aufbau sowie die Nutzung und Weiterentwicklung von Wissens- und Infrastrukturen sind dabei wichtige Grundpfeiler. Ziele auf diesem Weg sind u.a.:

1. die Erarbeitung einheitlicher Sicherheitsnormen
EURATOM gibt in Form von EURATOM-Richtlinien einen Rechtsrahmen vor, der von den einzelnen Mitgliedsstaaten umgesetzt werden muss. Im Gegensatz zu den Sicherheitsstandards der Internationalen Atomenergie-Organisation (IEAO) sind die Richtlinien von EURATOM jedoch verbindlich. Mit der EURATOM-Richtlinie über den Gemeinschaftsrahmen für die nukleare Sicherheit kerntechnischer Anlage wurden 2009 erstmals verbindliche europäische Regelungen im Bereich der nuklearen Sicherheit geschaffen.

2. die Überwachung von spaltbarem Material
Damit die Kernbrennstoffe für friedliche und legale Zwecke verwendet werden, überwacht EURATOM ihre Nutzung und ihren Verbleib durch Kontrollmaßnahmen („Safeguards“). Dazu gehört z.B., dass alle spaltbaren Materiealien deklariert und bilanziert werden müssen. Die Inspektoren von EURATOM überprüfen, ob die Betreiber kerntechnischer Anlagen dieser Pflicht nachkommen.

3. die Förderung der kerntechnischen Forschung
Die Fördermittel für die EURATOM-Forschung werden über das Forschungsrahmenprogramm der EU zur Verfügung gestellt. Sie sollen eingesetzt werden, um die Erforschung und Weiterentwicklung der Kernenergie sowie ihrer Sicherheit voranzutreiben, die internationale Zusammenarbeit zu fördern und die Ausbildung in diesem Bereich auszubauen. Die Mittel werden für folgende Bereiche verwendet:
•    Fusionsforschung (Projekt ITER)
•    Kernspaltung und Strahlenschutz (in Medizin und Industrie)
•    Maßnahmen der Gemeinsamen Forschungsstelle (engl. Joint Research Center − JRC) in Petten (NL)

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