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Konditionierung radioaktiver Abfälle

Die Konditionierung bezeichnet die Überführung von radioaktiven Abfällen in einen chemisch stabilen, in Wasser nicht oder nur schwer löslichen Zustand. Nach Verpackung in entsprechende Behälter können die Abfälle zur Zwischenlagerung, zum Transport oder zur Endlagerung bereitgestellt werden. Je nach radioaktivem Abfall werden dazu unterschiedliche Verfahren verwendet.

Verfahren der Konditionierung
Radioaktive Rohabfälle werden abhängig von der Art des Abfalls und ggf. den Anforderungen eines Endlagers unterschiedlich konditioniert. Gängige Verfahren zur Konditionierung sind z.B. Trocknen, Verbrennen, Verpressen, Einrühren (z.B. in Zement), Vergießen und Verglasen. Hochradioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung werden beispielsweise verglast, in eine Metallhülse gegossen und danach gasdicht verschweißt. Diese Art des Abfallgebindes wird als Glaskokille bezeichnet.

Die Produkte einzelner Konditionierungsverfahren sind in der Regel für eine Zwischenlagerung geeignet, müssen für die Endlagerung aber entsprechend der spezifischen Endlagerbedingungen weiter in Endlagerbehälter verpackt werden. Endlagerbedingungen werden aus sicherheitsanalytischen Untersuchungen abgeleitet, die auf den Eigenschaften der Abfälle und dem Standort des Endlagers basieren.

Das Beispiel Konrad
Das ehemalige Eisenerzbergwerk Schacht Konrad wird zu einem Endlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung ausgebaut. Der Planfeststellungsbeschluss wurde 2002 erteilt und die endgültige Entscheidung fällte das Bundesverwaltungsgericht im Jahr 2007. Seit 2010 wird der Schacht auch technisch zum Endlager umgerüstet. 58% der für das Endlager vorgesehenen Abfälle stammen aus Kernkraftwerken, 35% von der öffentlichen Hand (u. a. Rückbau von Forschungsreaktoren und von Reaktoren aus der ehemaligen DDR), 4,5% aus der kerntechnischen Industrie und 2,5% aus den Landessammelstellen (u. a. Abfälle aus der Medizin).

Beim Endlager Konrad sind beispielsweise folgende Abfalleigenschaften gefordert:
-    Die Abfälle müssen in fester Form vorliegen.
-    Die Abfälle dürfen nicht faulen oder gären.
-    Sie dürfen bis auf sinnvoll erreichbare und nicht vermeidbare Restgehalte keine Flüssigkeiten oder Gase enthalten.
-    Die Dosisleistung − d. h. die zulässige ionisierende Strahlung − z. B. an der Oberfläche des Abfallgebindes zum Zeitpunkt der Anlieferung − ist begrenzt.

Daneben gibt es Anforderungen an die einzelnen Abfallbehältertypen selbst, wie z. B. an ihre Dichtheit, ihre Störfallfestigkeit oder auch ihre Stapelbarkeit. Die Einhaltung der Endlagerungsbedingungen wird im Rahmen der Produktkontrolle überprüft.