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Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkungen Dritter (SEWD)

Der Terminus Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkungen Dritter – kurz SEWD – ist ein Begriff aus der Anlagensicherung. SEWD beschreibt dabei den Versuch, radioaktive Stoffe zu entwenden bzw. eine Freisetzung radioaktiver Stoffe herbeizuführen. Mit Dritte sind dabei die jeweiligen Täter gemeint. Ziel der Maßnahmen der Anlagensicherung ist es, Fälle von SEWD zu verhindern, die eine Gefahr für den Mensch und seine Gesundheit darstellen könnten.

Der Begriff SEWD im Atomgesetz
Im Atomgesetz heißt es in den Voraussetzungen für die Genehmigung von kerntechnischen Anlagen: „Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn der erforderliche Schutz gegen Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkung Dritter gewährleistet ist“ (z.B. §7, Abs.2, 5.). Im Gesetzestext wird die Bezeichnung „Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkung Dritter“ jedoch nicht näher definiert.
Detaillierte Anforderungen an Sicherungsmaßnahmen gegen Einwirkungen und Störmaßnahmen sind in Richtlinien festgehalten, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Die Richtlinien unterliegen der Geheimhaltung, da detailliertes Wissen über SEWD und Gegenmaßnahmen zur Vorbereitung von Straftaten missbraucht werden könnte und somit eine Gefahr für die Sicherheit darstellt.

SEWD und Lastannahmen
Die Sicherung kerntechnischer Anlagen muss stets so gestaltet sein, dass selbst bei SEWD die im Atomgesetzt fixierten Schutzziele erhalten bleiben und es z. B. nicht zur Freisetzung einer erheblichen Menge radioaktiver Stoffe kommt.
SEWD, gegen die ein Schutz erforderlich ist, sind durch die Richtlinie zu den sogenannten Lastannahmen definiert. Das Dokument beschreibt, gegen welche Beanspruchung Bauwerke und Systeme auszulegen sind, d. h. welchen SEWD die Anlage im Ernstfall standhalten muss.