Uran

Uran ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Schwermetall mit dem Elementsymbol U. In der Natur findet es sich in Form von Uranerz, wobei dieses aus einem Gemisch dreier verschiedener Uranisotope besteht. Den Hauptanteil mit ca. 99,3% bildet das Uranisotop Uran-238, während das Isotop Uran-235 ca. 0,7% ausmacht.

Das dritte natürlich vorkommende Isotop ist Uran-234, jedoch mit einem Anteil von nur ca. 0,006%. Entdeckt wurde Uran im Jahr 1789 von dem deutschen Chemiker Martin Heinrich Klaproth, der es aus dem Mineral Pechblende isolierte.

Verwendung von Uran
Bekannt ist Uran insbesondere durch seinen Einsatz als Kernbrennstoff in Kernkraftwerken. Hier wird das Uranisotop U-235 gespalten und damit zur Stromerzeugung genutzt. Uran-235 ist am leichtesten von allen Uranisotopen durch Neutronen spaltbar und eignet sich deshalb am besten für die Aufrechterhaltung der Kettenreaktion. Der natürliche Anteil von Uran-235 reicht allerdings zur Nutzung in den meisten Kraftwerken nicht aus, so dass der Anteil je nach Reaktortyp auf ca. 2 bis 5% angereichert werden muss.

Darüber hinaus wurde Uran im Flugzeugbau sowie zur Färbung von Glas (Uranglas) verwendet und wird u.a. als Projektilmaterial für Munition oder zum Bau von Kernwaffen eingesetzt.

Uranvorkommen
Uranerze werden in Australien, Nordamerika, Asien und einigen afrikanischen Ländern abgebaut. In Deutschland befinden sich Uranvorkommen hauptsächlich im Erzgebirge, in Ostthüringen und der Sächsischen Schweiz. Die Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG) und spätere Sowjetisch-deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut baute dort zwischen 1946 und 1990 Uran ab.

Die Nuclear Energy Agency (NEA) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlicht alle zwei Jahre zusammen mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) seit den 1960er Jahren Statistiken über die weltweiten Uranerzvorkommen sowie die Gewinnung und Nachfrage im sogenannten „Red Book“ .