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Hydrogeologie

Die Hydrogeologie beschäftigt sich mit dem Grundwasser und seinen Wechselwirkungen mit dem Gestein. Grundwasser entsteht entweder direkt durch das Versickern von Niederschlagswasser oder von Wasser aus Oberflächengewässern (z. B. Seen, Flüsse, Bäche). Ein Teil dieses Wassers bleibt zwischen den Bodenteilchen hängen, während ein anderer Teil tiefer in die Gesteine eindringt und dort Hohlräume zusammenhängend ausfüllt.

Abhängig von den geologischen Verhältnissen im Untergrund können solche Hohlräume beispielsweise Poren, Klüfte oder auch Karsthohlräume (Höhlen) sein. Die Grundwasseroberfläche ist die obere Begrenzung eines Grundwasserraumes, also jenes Teils des Untergrundes, der vollständig mit Grundwasser gefüllt ist. Je nach Geländeoberfläche und Niederschlagsverhältnissen kann sich die Grundwasseroberfläche an der Geländeoberfläche oder in größeren Tiefen (100 m oder sogar mehr) befinden.

Die Beschaffenheit des Grundwassers ist wichtig für das ökologische Gleichgewicht. Um das Grundwasser vor schädigenden Einflüssen (z.B. Dünge- und Pflanzenschutzmittel, potenzielle Kontaminationen durch Deponien) zu schützen, gibt es zahlreiche rechtliche Vorschriften (z.B. Wasserrecht, Umweltrecht).

Bewegtes Wasser

Grundwasser bewegt sich nahezu ausschließlich unter dem Einfluss der Schwerkraft. Grundsätzlich unterscheidet die Hydrogeologie zwischen Grundwasserleitern, Grundwassergeringleitern und Grundwassernichtleitern:

1. Grundwasserleiter

Grundwasserleiter können Grundwasser aufnehmen und es entsprechend der geologischen Beschaffenheit durch den Untergrund leiten. Die Geschwindigkeit, mit der das Grundwasser durch den Untergrund strömt, hängt von dem Gefälle der Grundwasseroberfläche und der Durchlässigkeit des Grundwasserleiters ab. Die Geschwindigkeit kann dann z. B. bei Kies rund zehn Meter pro Tag, bei Sand etwa einen Meter pro Tag betragen.

2. Grundwassergeringleiter

Von Grundwassergeringleitern oder Grundwasserhemmern spricht man, wenn ein Gesteinskörper relativ zum Grundwasserleiter geringer wasserdurchlässig ist.

3. Grundwassernichtleiter

Grundwassernichtleiter besitzen kaum Poren, Klüfte oder größere Hohlräume. Sie enthalten und leiten deshalb kaum Grundwasser (z.B. ungeklüfteter Granit, Salz oder Ton).

Video: Was ist Grundwasser?