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Kerntechnischer Ausschuss (KTA)

Der Kerntechnische Ausschuss – kurz KTA – setzt sich in Deutschland für eine einheitliche Umsetzung der gesetzlichen und untergesetzlichen sicherheitstechnischen Regelungen auf dem Gebiet der Kernenergie ein. Um dabei einen übergreifenden Austausch von Wissen und Erfahrung zu ermöglichen, besteht der KTA aus Vertretern von Behörden, Gutachtern, Herstellern und Betreibern. Gegründet wurde der Kerntechnische Ausschuss 1972 vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft.

KTA-Regeln
Der Kerntechnische Ausschuss hat die Aufgabe, auf Gebieten der Kerntechnik, bei denen sich eine einheitliche Meinung von Fachleuten der Hersteller und Betreiber von Kernkraftwerken, der Gutachter und der Behörden abzeichnet, für die Aufstellung sicherheitstechnischer Regeln zu sorgen und deren Anwendung zu fördern. Der KTA verfasst deshalb die sogenannten KTA-Regeln. Sie konkretisieren bestehende Gesetze und Vorschriften und formulieren einheitliche Standards zur Umsetzung bestehender Vorgaben vor dem Hintergrund von Erfahrung und dem Stand von Wissenschaft und Technik. Die KTA-Regeln beziehen sich dabei vor allem auf die Vorgaben des Atomgesetzes (AtG)  und der Strahlenschutzverordnung (StrSchV).

Die Regeln des Kerntechnischen Ausschusses gehören neben den Empfehlungen, Leit- und Richtlinien des Bundesumweltministeriums, der Reaktorsicherheitskommission (RSK) und der Strahlenschutzkommission (SSK) u. a. zum untergesetzlichen, kerntechnischen Regelwerk Deutschlands.

Verabschieden und Überarbeiten von KTA-Regeln
Das vom Kerntechnischen Ausschuss verfasste Regelwerk umfasst derzeit etwa 100 Regeln. Die KTA-Regeln sind Standards, die dadurch Gültigkeit erlangen, dass sie von allen Beteiligten gemeinsam beschlossen werden.
Die Unterausschüssen und Arbeitsgremien des KTA erstellen die KTA-Regeln nach einer festgelegten Arbeitsprozedur. Die 50 Mitglieder des KTA stimmen ab, ob eine neue Regel erstellt wird oder nicht. Damit eine Regel verabschiedet wird, bedarf es einer 5/6-Mehrheit (42 Stimmen). Dies bedeutet, dass jede der KTA-Fraktionen (Behörden, Gutachter, Hersteller, Betreiber, weitere Beteiligte) die Möglichkeit hat, einen Beschluss zu verhindern (Sperrminorität). Im Rahmen der Arbeitsprozedur ist eine Veröffentlichung erarbeiteter Regelentwürfe vorgesehen. Damit ist der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit einer aktiven Mitwirkung beim Erstellen der Regeln gegeben.

Zusätzlich zu den Regeln veröffentlicht der Kerntechnische Ausschuss das KTA-Handbuch, Berichte zur Regelarbeit, Jahresberichte und die englische Übersetzungen von KTA-Regeln. Weiterhin publiziert er eine Sammlung relevanter Begriffe, die in Regelwerken, Normen und Vorschriften verwendet werden.

Weitere Informationen
Website des Kerntechnischen Ausschusses