Radon

Der Mensch ist seit jeher verschiedenen Arten von natürlicher Strahlung ausgesetzt. Der größte Anteil der natürlichen Strahlung geht dabei vom Edelgas Radon (Rn) aus. Radon kommt fast überall auf der Welt vor und entsteht als Zerfallsprodukt der beiden in der Natur vorkommenden Elemente Uran und Thorium.

Eigenschaften von Radon

Radon ist ein nicht brennbares, radioaktives Edelgas. Da Radon geruch-, farb- und geschmacklos ist, lässt es sich vom Menschen nicht ohne weiteres wahrnehmen. Bestimmte Messverfahren erlauben jedoch eine Bestimmung der Radonkonzentration außerhalb und innerhalb von Gebäuden.

In jeder der drei natürlichen Zerfallsreihen der Elemente Uran und Thorium existiert ein Radonisotop.

1) 222Rn mit einer Halbwertszeit von 3,8 Tagen aus der 238Uran-Zerfallsreihe
2) 220Rn mit einer Halbwertszeit von 55 Sekunden aus der 232Thorium-Zerfallsreihe
3) 219Rn mit einer Halbwertszeit von 4 Sekunden aus der 235Uran-Zerfallsreihe

Die kurzen Halbwertszeiten der beiden letzt genannten Isotope machen eine Wanderung weg vom Ort der Entstehung fast unmöglich. Dagegen kann 222Rn aufgrund seiner längeren Halbwertszeit deutlich weiter wandern und z. B. entlang von Rissen aus dem Untergrund in Häuser gelangen.

Radon zerfällt in die festen radioaktiven Zerfallsprodukte Polonium, Blei und Wismut und schließlich zum stabilen, nicht radioaktivem Blei.

Über die Atmung nimmt der Mensch Radon und seine Zerfallsprodukte auf. Dies führt zu einer internen Strahlenexposition insbesondere der Lunge führt und kann Krebserkrankungen begünstigen. Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge nimmt das Risiko für Lungenkrebserkrankungen ab Konzentrationen von 100-200 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3) Raumluft zu.

Welchen Beitrag leistet Radon zur natürlichen Strahlenexposition?

Der Anteil von Radon an der natürlichen Strahlung schwankt je nach geologischen Gegebenheiten von Region zu Region. Im Durchschnitt lässt sich in Deutschland unter freiem Himmel eine Radonkonzentration von 9 Bq/m3 messen. In manchen Gegenden können auch deutlich höhere Werte gemessen werden. In deutschen Wohnungen liegt der Mittelwert der Radonkonzentration bei 50 Bq/m3; wobei auch bereits Höchstwerte von über 10.000 Bq/m3 gemessen wurden (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz).

Insgesamt sind die Menschen in Deutschland durch die natürliche Strahlung einer effektiven Dosis von durchschnittlich 2,1 Millisievert (mSv) pro Jahr ausgesetzt. Alleine die Zerfallsprodukte von Radon verursachen für den Menschen unter durchschnittlichen Bedingungen eine Strahlungsdosis von 1,1 mSv pro Jahr. Von Radon geht damit der weitaus größte Anteil der natürlichen Strahlung aus. Neben Radon setzt sich die natürliche Strahlung unter anderem aus der direkten terrestrischen Strahlung (0,4 mSv/Jahr) und der kosmischen Höhenstrahlung (0,3 mSv/Jahr) zusammen (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz).

Video: Wie kommt das radioaktive Gas Radon ins Wohnhaus?