Stilllegung

Entfernen eines Druckhalters beim Kernkraftwerk Greifswald (© EWN)Nachdem eine kerntechnische Anlage (z.B. Kernkraftwerke, Forschungsreaktoren etc.) endgültig abgeschaltet wird, folgt im Allgemeinen deren Stilllegung. Der Begriff der Stilllegung bezeichnet hierbei im technischen Sinne den gesamten Prozess ab der Erteilung der Stilllegungsgenehmigung bis zum Abbau der Anlage. Dies bedeutet in der Regel, alle Gebäudeteile zu entfernen und den natürlichen Ausgangszustand in Form der sogenannten „Grüne Wiese“ wiederherzustellen.

Das gesamte radioaktive Inventar der kerntechnischen Anlage ist dann entfernt und eine behördliche, d.h. atomrechtliche Überwachung des Standorts nicht mehr notwendig. Erfahrungsgemäß dauert die Stilllegung eines Kernkraftwerks zwischen zehn und 20 Jahren.

In Deutschland werden zwei unterschiedliche Stilllegungsstrategien verfolgt. Bei einem direkten Abbau wird die Anlage nach der endgültigen Abschaltung unmittelbar abgebaut. Bei einem sicheren Einschluss hingegen wird die Anlage nach dem endgültigen Abschalten und Entfernen des Kernbrennstoffs in einen weitgehend wartungsfreien Zustand überführt. In diesem Zustand verweilt sie für einen gewissen Zeitraum (z.B. für 30 Jahre), bevor sie schließlich abgebaut wird. Beide Strategien haben Vor- und Nachteile, die im Einzelfall gegeneinander abgewägt werden müssen.

Momentan befinden sich in Deutschland 17 kerntechnische Anlagen in unterschiedlichen Phasen der Stilllegung (z. B. die Kernkraftwerke Stade, Obrigheim und Greifswald). Darüber hinaus wurde das Kernkraftwerk Niederaichbach und der Heißdampfreaktor in Großwelzheim bereits vollständig abgebaut. Ihre Stilllegung ist somit abgeschlossen.
Die Stilllegung von Forschungsreaktoren verläuft nach dem gleichen Prinzip. Durch das geringere radioaktive Inventar und die geringere Größe von Forschungsreaktoren können diese oft bereits nach einem Zeitraum von wenigen Monaten bis wenigen Jahren abgebaut werden.

Weitere Informationen

GRS-Broschüre "Stilllegung kerntechnischer Anlagen"
Flyer Stilllegung