You are here

Zwischenlager

Zwischenlager dienen der vorübergehenden Lagerung radioaktiver Abfälle. Eine Zwischenlagerung ist derzeit notwendig, da bislang noch keine Endlager für radioaktive Abfälle zur Verfügung stehen.

Es werden zwei Arten von Zwischenlagern unterschieden: Zwischenlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung (schwach- und mittelradioaktive Abfälle, z.B. aus der Medizin) und Zwischenlager für wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle, zu denen abgebrannte Brennelemente und hochradioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung zählen.

1. Zwischenlager für wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle
Abgebrannte Brennelemente werden zunächst in sogenannten Nasslagern in Wasserbecken direkt im Kernkraftwerk gelagert, bevor sie in ein Zwischenlager überführt werden. Das Wasser kühlt die Brennelemente und schirmt gleichzeitig die von ihnen ausgehende Strahlung ab. Zwischenlager sind als Trockenlager konzipiert; die abgebrannten Brennelemente lagern dort in speziellen Behältern, z.B. in sogenannten CASTOR®-Behältern. Diese werden sowohl für die Zwischenlagerung als auch für den Transport der Brennelemente verwendet.

Zurzeit existieren in Deutschland zwei zentrale Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente: die Transportbehälterlager Ahaus (Nordrhein-Westfalen) und Gorleben (Niedersachsen). In Gorleben befinden sich zusätzlich verglaste, hochradioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung. Da seit dem 1. Juli 2005 die Abgabe von abgebrannten Brennelementen zu Wiederaufarbeitungsanlagen gesetzlich verboten ist und die Transporte minimiert werden sollen, sind die Betreiber der deutschen Kernkraftwerke verpflichtet, Zwischenlager an den Standorten der Kernkraftwerke zu bauen.

2. Zwischenlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung
Radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung aus dem Betrieb und der Stilllegung von Kernkraftwerken und aus Großforschungseinrichtungen werden ebenfalls an den jeweiligen Standorten gelagert. Zusätzlich stehen Zwischenlager u.a. in Gorleben (Abfalllager Gorleben), Karlsruhe, Lubmin (Zwischenlager Nord) und in Mitterteich zur Verfügung. Darüber hinaus können radioaktive Abfälle aus Forschung, Industrie und Medizin an elf Landessammelstellen abgegeben werden.
Damit von Zwischenlagern keine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht, unterliegen Zwischenlager hohen sicherheitstechnischen Anforderungen. Ihr Bau, Betrieb und auch ihre Stilllegung muss deshalb genehmigt und beaufsichtigt werden.