Langzeitsicherheit

© Fotolia / Alexander MitiaevEine Langzeitsicherheitsanalyse ist als Sicherheitsbewertung ein Teil des Langzeitsicherheitsnachweises für ein Endlager mit radioaktiven Abfällen. Die Langzeitsicherheitsanalyse kann als standortspezifische Analyse der Funktion des Endlagersystems im Hinblick auf die radiologischen Konsequenzen definiert werden.

Außer den radiologischen Schutzzielen, die den Schutz des Menschen vor den schädlichen Einwirkungen radioaktiver Strahlung zum Ziel haben, werden weitere Schutzziele, wie beispielsweise der Schutz des Grundwassers vor unzulässigen Konzentrationen chemisch-toxischer Stoffe – die zusätzlich in den eingelagerten radioaktiven Abfällen enthalten sein können – berücksichtigt.

Im Endlagerforschungszentrum der GRS werden Werkzeuge für Langzeitsicherheitsanalysen entwickelt, d.h. Verfahren für die Entwicklung von Szenarien, die konzeptuellen und numerischen Modelle zur Beschreibung von potenziellen Schadstoffausbreitungen sowie die benötigten Computercodes für Modellrechnungen. Die Werkzeuge wurden und werden in den Verfahren für die in Deutschland bestehenden Standorte von Endlagern, bzw. Bergwerken mit radioaktiven Inventaren (Konrad, Asse, ERAM) eingesetzt. Sie sollen in Zukunft auch in dem zu erwartenden Verfahren für die Errichtung eines Endlagers mit wärmeentwickelnden Abfällen eingesetzt werden.

Systemstudien und Langzeitsicherheitsanalysen sind für alle Arten von Endlagern für radioaktive Abfälle und für alle Arten von Wirtsformationen (Salz, Granit, Ton) möglich. Dazu wurde im Endlagerforschungszentrum der GRS das Programmpaket RepoTREND als integrierter Computercode entwickelt, das eine Vielzahl von Modulen für die Berechnung des Schadstofftransports in den Einlagerungsorten (z.B. eines Grubengebäudes), im Wirtsgestein, im Deckgebirge und Grundwasser sowie in der Biosphäre bereitstellt. Eine Kopplung mit den 3-D-Rechenprogrammen d3f und r3t ist möglich, um detaillierte Transportrechnungen im Deckgebirge durchführen zu können.