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Transportsicherheit

In der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich etwa 650.000 bis 750.000 Versandstücke mit radioaktiven Stoffen transportiert. Die beförderten radioaktiven Stoffe stammen aus den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen und umfassen daher ein breites Spektrum radioaktiver Substanzen und Versandgüter. Die weitaus größte Anzahl der Versandstücke beinhaltet dabei kleinere Aktivitätsmengen. Dazu gehören etwa radioaktive Präparate, Instrumente oder Strahlenquellen, die für medizinische, wissenschaftliche oder technische Anwendungen genutzt werden.

Nur bei einem Bruchteil des jährlichen Beförderungsaufkommens werden in den Versandstücken aber auch sehr große Aktivitätsmengen in Form hochradioaktiver Rest- und Abfallstoffe transportiert. Das wohl bekannteste Beispiel hierfür sind die sogenannten „Castor-Transporte“, bei denen ausgediente Brennelemente aus Kernkraftwerken oder hochradioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung transportiert werden.

Vorschriften für den sicheren Transport radioaktiver Stoffe
Die Beförderung radioaktiver Stoffe ist − wie bei anderen Gefahrgütern auch − nur unter Beachtung spezieller Schutz- und Sicherheitsgrundsätze zulässig, die sich nach dem Gefährdungsausmaß richten. Die Strahlenschutz- und Sicherheitsanforderungen für die Beförderung radioaktiver Stoffe beruhen weltweit auf den Transportvorschriften der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO). Die Transportsicherheit wird nach diesem Konzept überwiegend durch das Versandstück selbst gewährleistet. Die wesentlichen Aspekte der Transportsicherheit sind dabei

  • die sichere Umschließung der radioaktiven Stoffe,
  • die adäquate Abschirmung der Strahlung,
  • eine geregelte Abfuhr der Wärme und
  • die sogenannte Unterkritikalität der Anordnung.

So ist beispielsweise aus Gründen des Strahlenschutzes der maximale Strahlungspegel auf der Oberfläche eines Versandstücks sowie im Abstand von zwei Metern vom Transportfahrzeug beschränkt.

Transportsicherheitsanalysen
Nach den Transportvorschriften der IAEO ist die Einhaltung des erforderlichen Sicherheitsstandards regelmäßig zu überprüfen. Auf dem Gebiet des Strahlenschutzes führt die GRS in diesem Zusammenhang immer wieder für verschiedene Transportsektoren sogenannte Transportsicherheitsanalysen durch. Ein Aspekt dabei ist für den unfallfreien Transport die Bestimmung und Bewertung der Strahlenexposition von Personen, die sich arbeitsbedingt oder zufällig im Nahbereich von Transporten radioaktiver Stoffe aufhalten.

Darüber hinaus wird in Transportsicherheitsanalysen auch eine mögliche Freisetzung von Radioaktivität bei Transport- oder Handhabungsunfällen und die daraus folgende Strahlenexposition von Personen und/ oder unfallbedingte Kontamination der Umgebung untersucht. Die GRS ist dabei nicht nur als sachverständiger Gutachter tätig, der Analysen durchführt. Sie entwickelt ebenfalls die für solche Untersuchungen benötigten Analysemethoden.

Gamma- und Neutronendosisleistung (ICRP 60) von TN85-Transportbehältern für radioaktive Abfälle (Quelle: GRS)