Nukleare Sicherheit: GRS schließt EU-Projekt zur Unterstützung der indonesischen Aufsichtsbehörde ab

27.06.2019

Im Mai wurde ein von der Europäischen Union (EU) finanziertes Vorhaben zur Unterstützung der indonesischen Aufsichtsbehörde (BAPETEN) erfolgreich abgeschlossen. Unter der Leitung von RISKAUDIT GRS/IRSN International waren die technischen Sicherheitsorganisationen aus Deutschland (GRS) und Frankreich (IRSN) und die finnische Aufsichtsbehörde STUK daran beteiligt. Das Projekt wurde im Rahmen des INSC-Programms (Instrument for Nuclear Safety Cooperation) der EU organisiert und finanziert und stellte die erste Kooperation der EU mit indonesischen Partnern auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit dar.

Ziel des über drei Jahre laufenden Vorhabens „Enhancing the capacity and effectiveness of the regulatory body and developing a national waste management strategy project" war es unter anderem, den Rechtsrahmen für nukleare Sicherheit in Indonesien zu verbessern und zu stärken. Darüber hinaus erarbeiteten die Fachleute nationale Regelungen für die Entsorgung radioaktiver Abfälle. Als Grundlage für die Arbeiten dienten europäische Sicherheitsstandards, sowie Vorgaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und bewährte internationale Praktiken. Ergänzend zu den fachlichen Neuerungen wurde ein entsprechendes Personalentwicklungs- und Schulungsprogramm erarbeitet.

Aufgaben der GRS
Bei vier von insgesamt sieben Arbeitspaketen des Projektes hatte die GRS die fachliche Leitung inne. Dazu zählten unter anderem die Weiterentwicklung und Anpassung des BAPETEN-Managementsystems an den Stand der einschlägigen internationalen Normen und an die Vorgaben der IAEO. Ein weiterer Schwerpunkt war die Vermittlung von Methoden, die zur Erarbeitung der grundlegenden Sicherheitsprinzipien (sog. „safety criteria“) für das Design und den Betrieb von Kernreaktoren eingesetzt werden können. Hierzu waren BAPETEN-Mitarbeiter/-innen für On-the-job-Trainings bei der GRS in Deutschland.

Darüber hinaus konnten die Fachleute der GRS ihr Know-how im Bereich Entsorgung radioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente aus Forschungsreaktoren einbringen. So wurde beispielsweise ein Leitfaden mit konkreten Anforderungen an die Entsorgung entwickelt und rechtliche Grundlagen zur Entsorgung überprüft. Zudem wurde unter Leitung der GRS ein Entwurf für eine nationale Entsorgungsstrategie erarbeitet. Dabei standen insbesondere radioaktive Stoffe aus der Verwendung in Forschung, Industrie und Medizin sowie aus dem Betrieb und der künftigen Stilllegung von Forschungsreaktoren im Fokus. Grundlage hierfür bildeten das Übereinkommen „Joint Convention" und die EU-Richtlinie „Waste Directive“.

Hintergrund INSC
Das INSC ist ein Unterstützungsprogramm der EU, das Projekte in den Bereichen nukleare Sicherheit und Sicherung finanziert. Übergeordnetes Ziel hierbei ist es, ein gemeinsames Sicherheitsverständnis hinsichtlich der Standards in der nuklearen Sicherheit, auch über EU-Grenzen hinaus, zu etablieren.

Seine Anfänge nahm die Zusammenarbeit nach dem Zerfall der Sowjetunion 1989 mit dem PHARE-Programm (Poland and Hungary: Aid for Restructuring of the Economies) und 1991 mit dem TACIS-Programm (Technical Assistance to the Commonwealth of Independent States). Während bei PHARE und TACIS zunächst Staaten in Mittel- und Osteuropa im Mittelpunkt standen, wurde die technische Hilfe 2007 mit dem Start des INSC auch auf außereuropäische Länder und die Regionen der ehemaligen Sowjetunion ausgedehnt. Seit 2014 läuft die Phase 2 des INSC, die bis 2021 geplant ist.

Weiterführende Informationen
Meldung der Europäischen Union zum Abschluss des Projektes (engl.)
Information der Europäischen Kommission zum INSC (engl.)