THEREDA: Thermodynamische Referenzdatenbank

Um Prognosen über die Sicherheit von Endlagern geben zu können, stellen Wissenschaftler und Forscher komplexe Berechnungen an. Sie interessiert beispielsweise, wie sich ein Wirtsgestein verhält oder wie sich eine zukünftige Eiszeit auf das Endlager auswirken könnte. In letzter Konsequenz geht es dabei immer um die mögliche Freisetzung von Radionukliden aus den Abfallgebinden in einem Endlager und deren Transport in die Biosphäre.

Um Abschätzungen für die Mobilität von Schadstoffen machen zu können, greifen die Forscher auf verschiedene Daten zurück. Eine Schwierigkeit der Berechnungen ergibt sich aus der Beschaffung dieser Daten. Häufig werden sie aus den unterschiedlichsten Quellen (z.B. Literatur, kommerziellen Modellierungscodes) entnommen, ohne zuvor überprüft worden zu sein. Dies kann zu einer mangelnden Vergleichbarkeit von Ergebnissen führen.

Ziele des Projekts

Um besser vergleichbare Ergebnisse zu generieren, wurde das Verbundprojekt THEREDA – Thermodynamische Referenzdatenbasis – 2006 ins Leben gerufen. Hauptziel von THEREDA ist die Erstellung einer umfassenden und konsistenten thermodynamischen Referenzdatenbasis für geochemische Modellrechnungen. Dabei fokussieren die Arbeiten auf die besonderen Bedingungen im Nahfeld eines Endlagers für radioaktive Abfälle in Deutschland.

Die thermodynamischen Daten erlauben Abschätzungen zur Löslichkeit von Schadstoffen und lassen damit Rückschlüsse auf ihre Mobilisierbarkeit zu.

Der THEREDA-Verbund

Das Projekt führt die GRS gemeinsam mit den wichtigsten Forschungsinstitutionen durch, die auf dem Gebiet der Endlagerung von radioaktiven und chemisch-toxischen Abfällen arbeiten. Neben der GRS sind beteiligt:

  • Institut für nukleare Entsorgung des Forschungszentrums Karlsruhe (KIT-INE)
  • Institut für Ressourcenökologie des Helmholtz Forschungszentrums Dresden-Rossendorf (HZDR-IRE)
  • Institut für Anorganische Chemie der Technischen Universität Bergakademie Freiberg (TU-BAF)
  • Labor für Endlagersicherheit des Bereichs Nukleare Entsorgung und Sicherheit des Schweizer Paul-Scherrer-Instituts (PSI-LES)

Gefördert wird das Projekt aktuell von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Das Projekt befindet sich mittlerweile in der vierten Phase, die im Jahr 2025 endet.

Bereitstellung, Nutzung und Beschaffenheit der Daten

Die thermodynamischen Daten werden von den Teilnehmern des Verbunds dezentral über das Internet eingegeben und gepflegt. Die Nutzer können die Daten ebenfalls über das Internet abrufen. Zum avisierten Kreis der Anwender gehören vor allem Ministerien, Betreiber von Endlagern, Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie Kommunen, in denen Endlager gebaut oder geplant werden.

Der THEREDA-Verbund stellt online gebrauchsfertige Parameterdateien für vier weit verbreitete Rechenprogramme zur Verfügung. Die Zuständigkeiten für die Daten orientieren sich dabei an den Kompetenzen der am Verbund beteiligten Institutionen.
THEREDA hat sich in den vergangenen Jahren in der internationalen Fachöffentlichkeit etabliert. Austausch besteht unter anderem mit den Sandia National Laboratories (SNL) und den Los Alamos National Laboratories (LANL).

Qualität und Herkunft der Daten

Neben der Förderung der Anwendbarkeit der Daten und des Kontakts zwischen Anwendern und Experten ist es ein besonderes Anliegen des Verbunds, die Herkunft der Daten zu dokumentieren. Darüber hinaus werden die Daten auf ihre Qualität geprüft und durchlaufen ein intern abgestimmtes Kontrollsystem.

Das Logo des THEREDA-Verbunds