Deutsche Risikostudie Kernkraftwerke - Fachband 5: Untersuchung von Kernschmelzunfällen

Autor: 
Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS)
Jahr: 
1980

Der vorliegende Fachband enthält die für die deutsche Risikostudie durchgeführten Untersuchungen zu Kernschmelzunfällen, die einen wesentlichen Teil der risikorelevanten Ereignisabläufe ausmachen. Im einzelnen werden die Vorgänge beim Schmelzen des Reaktorkerns, das Verhalten des Sicherheitsbehälters einschließlich seiner möglichen Versagensarten und die Auswirkungen möglicher Dampfexplosionen behandelt.

 

Die Untersuchungen werden für Grenzfälle durchgeführt, bei denen vollständiger Ausfall des Not- und Nachkühlsystems angenommen wird. Unter diesen Bedingungen schmilzt der Reaktorkern ab und durchdringt den Reaktordruckbehälterboden. Im Verlauf der anschließenden Wechselwirkung zwischen der Schmelze und dem Betonfundament wird davon ausgegangen, daß die Schmelze mit dem Sumpfwasser in Kontakt kommt. Die Verdampfung des Sumpfwassers führt nach rund einem Tag nach Unfallbeginn zum Uberdruckversagen des Sicherheitsbehälters. Eine Zerstörung des Sicherheitsbehälters infolge einer Dampfexplosion wird als sehr unwahrscheinlich angesehen.