(GRS 536) Internationaler Erfahrungsaustausch und Weiterentwicklung des Standes von Wissenschaft und Technik zur Stilllegung kerntechnischer Anlagen

Autor: 
S. Schneider, G. Bruhn, M. Dewald, P. Imielski, F.-N. Sentuc
Jahr: 
2019

Im Vorhaben „Internationaler Erfahrungsaustausch und Weiterentwicklung des Standes von Wissenschaft und Technik zur Stilllegung kerntechnischer Anlagen“ wurden Erfahrungen mit der Stilllegung im europäischen und außereuropäischen Ausland auf verschiedene Weise gesammelt und ausgewertet.

Durch die Teilnahme an und Auswertung von internationalen Konferenzen und die Analyse der präsentierten Inhalte konnten aktuelle Trends und Schwerpunkte festgemacht werden, die zurzeit in der Diskussion sind, beispielsweise die Digitalisierung als Hilfsmittel für den Abbau oder die Anpassung der Organisation beim Übergang vom Betrieb in die Stilllegung. Obwohl sich die politische Landschaft und die individuellen technischen Herausforderungen von Projekt zu Projekt unterscheiden, sind dennoch viele Parallelen festzustellen.

Der Erfahrungsaustausch fand ferner durch die aktive Mitarbeit in internationalen Netzwerken, Projekten und Arbeitsgruppen statt. Diese sind entweder unter dem Dach der Internationalen Atomenergie-Organisation (engl. IAEA) oder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (engl. OECD) und ihrer Kernenergieagentur (engl. NEA) organisiert. Hierbei wurde in einem IAEA-Projekt zur Stilllegung und Sanierung von beschädigten Anlagen aktiv mitgearbeitet und dieses zum Abschluss gebracht.

In Untergruppen der „Working Party on Decommissioning and Dismantling“ (engl. WPDD) der OECD/NEA wurden in internationalen Teams Berichte zu den Themen „Vorbereitung der Stilllegung während des Betriebs und nach der endgültigen Abschaltung“ und „Optimierung des Managements schwach-radioaktiver Materialien und Abfälle aus der Stilllegung“ erarbeitet. Der zur Erstellung des Berichtes notwendige Erfahrungsaustausch erwies sich als sehr ergiebig und nutzbringend.

Besonders konkret und greifbar stellte sich der Erfahrungsaustausch bei Anlagen bzw. durch Hospitationen bei ausländischen Stilllegungsprojekten dar. Während im schweizerischen Kernkraftwerk Mühleberg noch die Planungen für die bevorstehende Stilllegung laufen, waren die Ergebnisse von Abbau- und Aufräumarbeiten in Fukushima (Japan) und La Hague (Frankreich) unmittelbar sichtbar.

Die Erkenntnisse, die durch Vorträge, Projektarbeiten, Besichtigungen und Hospitationen gewonnen wurden, können sich als Ressource auch für deutsche Abbauprojekte als nützlich erweisen bzw. die Planung für mit geringer Wahrscheinlichkeit zu erwartende Situationen (z. B. nach Unfällen) verkürzen.