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Zwischenlagerung

Als wesentlicher Teil der deutschen Entsorgungsstrategie werden radioaktive Abfälle bis zu ihrer Ablieferung an ein Endlager sicher – zum Schutz von Mensch und Umwelt vor Strahlung und Ausbreitung – zwischengelagert. Die radioaktiven Abfälle werden in Deutschland für die geplante Endlagerung in tiefen geologischen Schichten in zwei Kategorien eingeteilt:

  • radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung (z. B. Betriebs- und Rückbauabfälle von kerntechnischen Anlagen und Abfälle von Anwendungen aus Medizin, Forschung und Industrie), die für eine Einlagerung in das Endlager Konrad vorgesehen sind
  • wärmeentwickelnde Abfälle (z. B. bestrahlte Brennelemente aus Forschungs- und Leistungsreaktoren und zurückzunehmende radioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung)

Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung werden verarbeitet, konditioniert, in Endlagergebinde verpackt und zwischengelagert. Bestrahlte Brennelemente und verglaste hochradioaktive Abfälle werden trocken in Transport- und Lagerbehältern zwischengelagert.

Aufgaben der GRS

Auf dem Gebiet der Zwischenlagerung befasst sich die GRS mit folgenden Aufgabenstellungen:

  • Beratung und Unterstützung des Bundesumweltministeriums bei wissenschaftlich-technischen Fragen
    • zur Behandlung, Konditionierung und Lagerung von radioaktiven Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung
    • zur Zwischenlagerung wärmeentwickelnder Abfälle
  • Ermittlung des sicherheitstechnisch relevanten Nachweisbedarfs für eine verlängerte Zwischenlagerung (u. a. Langzeitverhalten von Komponenten und Inventaren, GAP-Analyse, Alterung, zerstörungsfreie Prüfungsmethoden)
  • Grundlagenforschung zum Materialverhalten und Weiterentwicklung des Standes von Wissenschaft und Technik
  • Erhebung, Prüfung und Auswertung der Mengenbilanzierung von bestrahlten Brennelementen in deutschen Kernkraftwerken bzw. Zwischenlagern und zurückzunehmenden Abfällen aus der Wiederaufarbeitung
  • Inventar- und Abschirmungsberechnungen bezüglich der Lagerung von radioaktiven Abfällen zur Dosisleistungsbestimmung von Abfallgebinden
  • Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien

Die GRS beteiligt sich an internationalen Forschungsprogrammen zum Alterungsmanagement und zum Brennelementverhalten und hat darüber hinaus den internationalen Workshop SEDS (Safety of Extended Dry Storage of Spent Nuclear Fuel) ins Leben gerufen, der sich mit den technischen Aspekten einer verlängerten Zwischenlagerung auseinandersetzt. Der SEDS-Workshop findet seit Juni 2017 jährlich statt und bringt Wissenschaftler, Sachverständige, Behördenvertreter und Betreiber in den fachlichen Austausch.