You are here

Messwerte zum CASTOR-Transport im November 2011 (Stand: 22.11.2011)

Printer-friendly version

Im November 2011 sollen letztmalig hochradioaktive Abfälle in sogenannten CASTOR®-Behältern aus der Wiederaufarbeitungsanlage im französischen La Hague zum Transportbehälterlager in Gorleben transportiert werden. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums wertet die GRS Messdaten aus, die im Vorfeld des Transports in Frankreich erhoben und der GRS zur Verfügung gestellt wurden.

Messwerte November 2011 (Quelle: GRS)Was wurde gemessen?
Bei diesen Daten handelt es sich um die Ergebnisse aus Messungen der sogenannten Ortsdosisleistung (ODL), die durch die von den einzelnen beladenen Behältern ausgehende Strahlung verursacht wird. Dabei handelt es sich um Gamma- und um Neutronenstrahlung. Durch die ODL wird angegeben, welche Dosis eine Einzelperson an einem bestimmten Ort in einem bestimmten Zeitraum erhält. Die Kenntnis der ODL ist für die Genehmigung von Transporten wie dem vorliegenden relevant. So ist von dem Antragsteller nachzuweisen, dass eine ODL von 100 Mikrosievert pro Stunde (µSv/h) in einem definierten Abstand (in 2 m Entfernung von den senkrechten Außenflächen des Transportfahrzeugs) nicht überschritten wird.

Wie wurde gemessen?
In einem ersten Schritt wird die ODL an verschiedenen Messpunkten an der Fahrzeugoberfläche gemessen. In einem zweiten Schritt wird dann ausgehend von dem Punkt, an dem der höchste Wert ermittelt wurde, die ODL an verschiedenen Stellen mit zunehmender Entfernung (z. B. in 2, 5, 10 und 20 m Entfernung) in 2 Metern Höhe über dem Boden gemessen.

Wer hat gemessen?
Die Messungen wurden auf Veranlassung des niedersächsischen Innenministeriums durch den französischen Betreiber durchgeführt. Um die Korrektheit der Messungen zu gewährleisten, wurden die Messungen durch den Gutachter des niedersächsischen Umweltministeriums überwacht.

Weitere Messungen
Weitere Messungen wurden am 18. November in Frankreich durch die französische Umweltorganisation ACRO und die französische Sachverständigenorganisation IRSN vorgenommen. Die Ergebnisse dieser Messungen, die von Greenpeace begleitet wurden, bestätigen die der GRS vorliegenden Daten.

Was sagen die Messergebnisse aus?
Die Messdaten bestätigen, dass der o. g. gesetzliche Grenzwert von 100 µSv/h für die ODL in 2 m Abstand eingehalten wird: Der höchste gemessene Wert liegt bei ca. 75 µSv/h.

Allgemein ist festzustellen, dass die Höhe der ODL mit zunehmender Entfernung stark absinkt. Sie liegt im Durchschnitt in 1 Meter Entfernung in einem Bereich von rund 100 µSv/h, in 10 Metern bei etwa 10 µSv/h und erreicht in 20 Metern mit ca. 4 µSv/h ein Niveau, das mit der ODL in rund 10.000 Metern Flughöhe vergleichbar ist.

Haben sich die Werte gegenüber dem Vorjahr verändert?
Die Auswertung der Messdaten zeigt, dass der Maximalwert der ODL im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen ist. Während beim Transport in 2010 die höchste ODL in 2 Metern Entfernung bei ca. 70 µSv/h lag, liegt in 2011 der höchste Wert bei rund 75 µSv/h. Insgesamt liegen die diesjährigen Messdaten aber in einem Wertebereich, der mit dem der Vorjahre vergleichbar ist. 

Welche Strahlenbelastungen entstehen?
Die Strahlenbelastung – d. h. die Dosis, die ein Mensch erhält, der sich in der Nähe der Transportbehälter aufhält – hängt von zwei Faktoren ab: dem Abstand zu den Transportbehältern und der Dauer des Aufenthalts an diesem Ort. Ist beides bekannt, so lässt sich die Dosis dadurch berechnen, dass die am Aufenthaltsort herrschende ODL mit der Dauer des Aufenthalts multipliziert wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich während des Transports mehrere Transportbehälter hintereinander befinden und damit gemeinsam die Dosis am Aufenthaltsort bestimmen. Da die Intensität der Strahlung aber mit zunehmender Entfernung stark absinkt, tragen letztere nur in verhältnismäßig geringerem Umfang zu der Gesamtdosis bei.

Legt man die Kenntnisse über Aufenthaltsort und -dauer etwa des Transport- und Begleitpersonals aus den vergangenen Jahren zugrunde, so ist auch für den kommenden Transport zu erwarten, dass die gesetzlichen Dosisgrenzwerte für die Bevölkerung sowie für das Transport- und Begleitpersonal deutlich unterschritten werden.