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Transportstudie Konrad 2009

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Die GRS hat mit der „Transportstudie Konrad 2009“ die möglichen radiologischen Auswirkungen von Transporten radioaktiver Abfälle zum Endlager Konrad untersucht und bewertet. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Transporte zu keinem relevanten radiologischen Risiko für Mensch und Umwelt führen.

Schacht Konrad (Quelle: Ballon-sz.de,  Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Germany)Das ehemalige Eisenerzbergwerk Schacht Konrad soll nach den Planungen des Bundes ab 2019 als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle fertiggestellt werden. Gefördert mit Mitteln des Bundesumweltministeriums hat die GRS mit der Transportstudie Konrad die potenziellen radiologischen Auswirkungen des Transports der Abfälle zum Endlager ermittelt.   

Gegenstand der Studie
Betrachtet hat die GRS dabei zwei Szenarien: das des normalen, unfallfreien Transports und das eines Transportunfalls. Die Studie konzentriert sich dabei auf mögliche Auswirkungen im Umkreis von 25 Kilometern um das Endlager Konrad. Neben den Menschen, die in diesem Bereich leben oder arbeiten, wurde auch das Transportpersonal berücksichtigt.

Grundlage der Berechnungen bilden die zum Zeitpunkt der Studie erfassten radioaktiven Abfälle, die für die Einlagerung im Endlager Konrad vorgesehen sind. Sie weisen ein Volumen von rund 110.000 m³ auf. Dies entspricht in etwa der Menge, die innerhalb eines zehnjährigen Zeitraums angeliefert und eingelagert werden kann. 56% dieser Abfälle stammen aus der Forschung, 41% aus Betrieb und Stilllegung von Kernkraftwerken sowie der kerntechnischen Industrie. Die restlichen drei Prozent kommen aus Technik und Medizin.

Rund 20 % der gesamten radioaktiven Abfälle sollen über die Straße und etwa 80 % mit dem normalen Güterverkehr über die Schiene angeliefert werden.

Ergebnisse der Transportstudie Konrad 2009
Die GRS kommt zu dem Ergebnis, dass die potenziellen radiologischen Folgen der Transporte deutlich unter den gesetzlichen Grenz- bzw. Richtwerten liegen. Dieses Ergebnis gilt für den normalen Transport genauso wie für einen Transportunfall. Grund dafür sind vor allem die strengen gefahrgutrechtlichen und strahlenschutzrechtlichen Vorschriften, die bei Transport und Verpackung der Abfälle eingehalten werden müssen.

1. Unfallfreier Transport
Für die Bevölkerung in der Region des Endlagers und die dort arbeitenden Menschen wurde für den unfallfreien Transport eine maximale Strahlenexposition von rund 0,02 Millisievert pro Jahr (mSv/a, effektive Dosis) berechnet. Der gesetzliche Grenzwert von 1 mSv/a wird damit deutlich unterschritten. Auch im Vergleich mit der natürlichen Strahlenexposition, die mit durchschnittlich 2,1 mSv/a etwa um das Hundertfache höher liegt, ist dieser Wert als sehr gering einzustufen.

Für die mit dem Transport befassten Arbeitskräfte wie Rangierer, Lokführer und LKW-Fahrer werden den Untersuchungen zufolge Werte von maximal 0,1 bis 0,6 mSv/a erwartet. Aufgrund dieser niedrigen Werte ist eine Einstufung des Transportpersonals als beruflich strahlenexponierte Personen nach der Strahlenschutzverordnung im Zusammenhang mit den Transporten zum Endlager Konrad in der Regel nicht erforderlich. Zum Vergleich: Der gesetzliche Grenzwert für beruflich strahlenexponierte Personen liegt bei 20 mSv/a.

2. Transportunfall
Um das Risiko von Unfällen abzuschätzen, hat die GRS eine probabilistische Transportunfallrisikoanalyse durchgeführt. Wesentliche Einflussgrößen sind hierbei die Häufigkeit und Schwere von Unfällen − gemessen an allgemeinen Unfallstatistiken −, die Eigenschaften von Abfällen und Transportbehältern sowie die Bedingungen der Ausbreitung radioaktiver Stoffe in der Atmosphäre.

Zu einem Transportunfall, bei dem radioaktive Stoffe in die Umwelt gelangen, kommt es statistisch betrachtet einmal in 260 Jahren. Die berechneten Werte für die effektive Dosis liegen dabei in 99 von 100 Fällen unter 0,3 mSv. Ein Wert von maximal 8 mSv wird nach den Berechnungen im statistischen Mittel nur noch alle 10 Millionen Jahre erwartet. Bei der Berechnung dieser Werte wurde unterstellt, dass eine betroffene Person ab dem Zeitpunkt des Unfalls in einem Abstand von 150 Metern vom Unfallort über einen Zeitraum von 50 Jahren den radioaktiven Stoffen ausgesetzt ist, ohne dass Schutzmaßnahmen − wie Dekontamination oder Verzehrbeschränkungen für radioaktiv belastete Nahrungsmittel − ergriffen werden.

Transportstudie Konrad 1991
Erstmalig hatte die GRS die Transportstudie Konrad 1991 durchgeführt. Da sich der Stand der Datenerhebungen und von Wissenschaft und Technik zwischenzeitlich weiterentwickelt hat, war eine Überarbeitung der Studie vor dem Hintergrund des aktuellen Planungs- und Erkenntnisstandes notwendig.