Betriebserfahrung, Endlagersuche und Geothermie – Themen beim GRS Fachgespräch 2015

Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) veranstaltet am 26. und 27. Februar in Berlin das “GRS Fachgespräch 2015“. Im Mittelpunkt der Fachtagung steht die Auswertung von Betriebserfahrung. Fachleute der GRS stellen vor rund 130 Vertretern von Behörden, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Gutachterorganisationen und der Industrie aktuelle Arbeiten und Forschungsergebnisse vor.

Themenschwerpunkt des ersten Veranstaltungstags ist die Auswertung von Betriebserfahrung. Eine der Hauptaufgaben der GRS in diesem Zusammenhang ist die Erstellung sogenannter Weiterleitungsnachrichten. Hierzu analysiert die GRS sicherheitsrelevante Ereignisse in Kernkraftwerken im In- und Ausland. Auf der Grundlage dieser Analysen empfiehlt sie technische oder organisatorische Maßnahmen für deutsche Kernkraftwerke. Die Vorgehensweise beim Verfassen von Weiterleitungsnachrichten und deren Inhalte werden im ersten Fachvortrag der GRS vorgestellt. Im Anschluss daran erläutert ein Vertreter des Betreibers EnBW, wie sie mit diesen Empfehlungen umgehen. Mit dem Vergleich von potenziellen Endlagerstandorten in unterschiedlichen Wirtgesteinen widmet sich ein weiterer Vortrag einem auch gesellschaftspolitisch aktuellen Thema. Für einen solchen Vergleich, wie ihn das Standortauswahlgesetz vorsieht, existiert bislang weltweit kein wissenschaftlich etabliertes Verfahren. Die GRS hat hierzu in den letzten Jahren erste methodische Ansätze entwickelt und stellt diese auf dem Fachgespräch vor. Aus dem Bereich Umweltschutz informiert die GRS zu ihren Projekten zur Nutzung der tiefen Geothermie. Als weiterer Gastredner ermöglicht der Leiter Flugsicherheitsforschung der Lufthansa AG den Teilnehmern schließlich einen Einblick in das Fehlermanagement der zivilen Luftfahrt.

Am zweiten Tag können die Teilnehmer sich in vertiefenden Seminaren zu den Schwerpunkten Reaktorsicherheit oder Entsorgung informieren. Auf der Agenda steht dabei unter anderem die Zwischenlagerung von abgebrannten Brennelementen. Bereits heute ist absehbar, dass diese noch für mehrere Jahrzehnte zwischengelagert werden müssen. Welche Fragen sich daraus für die Sicherheit der Zwischenlager ergeben, erläutert die GRS im Seminar “Nukleare Entsorgung“.