(GRS-827) Sicherheitsmanagement in Forschungsreaktoren
Förderkennzeichen 4723R01285
Die Sicherheit von kerntechnischen Anlagen wie Forschungsreaktoren wurde zunächst vornehmlich über die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Technik in den Anlagen definiert. Neben der zuverlässigen Technik hat jedoch auch die Betriebsführung einen hohen Stellenwert für die Gewährleistung des sicheren Betriebs. Ein wesentliches Element für eine sichere Betriebsführung ist nach heutigem Verständnis ein wirkungsvolles Managementsystem. Die GRS hat im Rahmen eines Eigenforschungsvorhabens, basierend auf den nationalen und internationalen Anforderungen und Betriebserfahrungen, die Ausgestaltung von Managementsystemen für Forschungsreaktoren aufgearbeitet und spezifiziert. Dabei wurden die verschiedenen deutschen Anlagen und Betriebsphasen sowie besondere Herausforderungen, denen Forschungsreaktoren gegenüberstehen, einbezogen. Eine besondere Bedeutung haben in diesem Zusammenhang die abgestufte Anwendung von Regelwerken, die auf Kernkraftwerke ausgerichtet sind, sowie das Einbeziehen von Schnittstellen zwischen dem Forschungsreaktor und übergeordneten (z. B. die Universität oder das Forschungsinstitut, dem der Forschungsreaktor angehört) bzw. externen (z. B. Dienstleister, Lieferanten, andere Forschungseinrichtungen) Organisationen. Forschungsreaktoren teilen gewisse grundlegende Organisationsmerkmale, die sich jedoch, abhängig von Anwendungszweck und Größe der jeweiligen Anlage, individuell unterscheiden bzw. unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Daher erfolgte unter Berücksichtigung der im Vorhaben gewonnenen Informationen und Erkenntnisse und basierend auf den der GRS vorliegenden Unterlagen (z. B. Organisationspläne, personelle Betriebsordnung, Betriebshandbücher, Sicherheitsgutachten) die Prüfung und Erarbeitung eines generischen Ansatzes für die Aufbau- und Ablauforganisation von Forschungsreaktoren. Darüber hinaus wurden themenspezifische Indikatorsätze und Fragenlisten für die Bewertung des Managementsystems und der Prozesse in Forschungsreaktoren entwickelt.