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Das Team des GRS-Notfallzentrums bei einer Besprechung

Notfallzentrum der GRS

Kommt es in einer kerntechnischen Anlage im In- oder Ausland zu einem Stör- oder Unfall, wird das GRS-Notfallzentrum aktiv. Bis zu 60 Fachleute finden sich dann im Notfallzentrum in der Kölner Innenstadt und an unserem Standort in Garching zusammen, um die Bundesregierung über die Lage in der betroffenen Anlage zu informieren.

Das Notfallzentrum ist Bestandteil der Notfallorganisation des Bundesumweltministeriums und des radiologischen Lagezentrums des Bundes (RLZ)

Unterstützung des radiologischen Lagezentrum des Bundes

Gemeinsam mit anderen Organisationen unterstützt die GRS mit ihrer Notfallorganisation das radiologische Lagezentrum  des Bundes. Das radiologische Lagezentrum tritt unter der Leitung des Bundesumweltministeriums zusammen, sobald es zu einem überregionalen Notfall kommt. 

Aufgaben im Ernstfall

Im Einsatzfall sammeln die Fachleute der GRS Informationen zum Unfall, werten sie aus und erstellen Prognosen zu möglichen weiteren Entwicklungen. Den Kern des Notfallzentrums bildet ein Notfallstab, der aus Experten unterschiedlicher Fachgebiete besteht. Der Notfallstab setzt sich aus insgesamt fünf Teams zusammen: 

  • dem Leitungsteam,
  • dem Systemtechnikteam,
  • dem Analyseteam, 
  • dem Strahlenschutzteam und
  • dem Kommunikationsteam

Das Systemtechnikteam analysiert bei einem Störfall den aktuellen Zustand der Anlage. Dabei werden die ausgefallenen und die noch verfügbaren Sicherheitssysteme und Eingriffsmöglichkeiten ermittelt. 

Darauf aufbauend untersucht das Analyseteam das mögliche weitere Verhalten der Anlage auf der Grundlage einer Vielzahl von Simulationsergebnissen zu denkbaren Störfallszenarien. Für die Erstellung von Prognosen zu möglichen weiteren Entwicklungen spielen Simulationsprogramme eine wesentliche Rolle, die die GRS im Rahmen ihrer Reaktorsicherheitsforschung  entwickelt. So können die Fachleute des Notfallstabs beispielsweise auf eine umfangreiche Bibliothek an vorberechneten Abläufen für unterschiedlichste Unfallsszenarien und verschiedene Reaktortypen zurückgreifen. 

Das Strahlenschutzteam analysiert die radiologische Situation in der Anlage und ‒ falls erforderlich ‒ die Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umwelt. Um die Einschätzung der Situation in der Anlage und weiterer Entwicklungen zu verbessern, werden auch verfügbare Messdaten in der Umgebung der Anlage genutzt und mit anlagentechnischen Informationen zusammengeführt.

Das Leitungsteam koordiniert den Austausch zwischen den Teams, führt deren Ergebnisse zusammen und kommuniziert mit den anderen beteiligten Stellen. Die Ergebnisse werden regelmäßig zusammengeführt und in Form von Lageberichten an das Bundesumweltministerium übermittelt. 

Zu den Aufgaben des Kommunikationsteams gehört in erster Linie, in Abstimmung mit dem radiologischen Lagezentrum des Bundes allgemeinverständliche Informationen zum Ereignis bereitzustellen, beispielsweise auf den Online-Präsenzen der GRS. 

Erfahrungen aus dem Unfall in Fukushima

Das Notfallteam der GRS hat das Bundesumweltministerium, die Medien und die Öffentlichkeit nach dem Unfall in Fukushima  am 11. März 2011 über die Lage in der japanischen Anlage und die radiologischen Auswirkungen über Wochen hinweg kontinuierlich informiert. Zwischen März und Juni erstellte die GRS dazu über 200 Lageberichte, die sie zunächst auf ihrer Website und anschließend im Fukushima-Portal veröffentlichte. Die Erfahrungen mit Fukushima bildeten für die GRS den Anstoß dafür, ihre Notfallorganisation zu optimieren und ein Notfallzentrum an ihrem Hauptsitz in Köln zu bauen. Das neue Notfallzentrum nahm im Mai 2013 seinen Betrieb auf.
 

Notfallzentrum der GRS

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