GRS veröffentlicht neue Version des Programmpaketes AC²

31.07.2019

Die GRS stellt Nutzern ab sofort die Version 2019 des Programmpaketes AC2 zur Simulation von Kernkraftwerken und sonstigen kerntechnischen Anlagen zur Verfügung. In der neuen Fassung wurden sowohl die einzelnen Simulationscodes um zahlreiche Funktionen und Modelle erweitert als auch das Zusammenspiel der Codes untereinander verbessert.

Bestandteile und Einsatzmöglichkeiten von AC2

Namensgeber und Hauptbestandteile des GRS-Programmpakets AC2 sind die drei Simulationsprogramme ATHLET (Analyse der Thermohydraulik von Lecks und Transienten), ATHLET-CD (Core Degradation) und COCOSYS (Containment Code System), die ebenfalls von der GRS entwickelt wurden. Zusätzlich umfasst AC2 das Visualisierungswerkzeug ATLAS sowie die optionale Schnittstelle Numerical Toolkit (NuT) zu externen numerischen Bibliotheken.

Mit AC2 lässt sich das thermohydraulische Verhalten im Kühlkreislauf und im Sicherheitsbehälter während des Betriebs, bei Störungen und bei Stör- und Unfällen möglichst realistisch („best-estimate“) simulieren. Neben gängigen Leichtwasserreaktoren, wie sie unter anderem auch in Deutschland betrieben werden, können mit AC2 beispielsweise auch aktuell in Bau oder in Entwicklung befindliche Leichtwasserreaktoren simuliert werden, die über passive Systeme zur Nachwärmeabfuhr verfügen. Weitere Anwendungsgebiete sind sogenannte innovative Reaktorkonzepte. Hierzu zählen unter anderem der Blei-Bismut-gekühlte MYRRHA-Reaktor, der derzeit in Belgien geplant wird, sowie kleine modulare Reaktoren (SMR).

Neben der GRS nutzen eine Vielzahl nationaler und internationaler Organisationen das Programmpaket AC2, beispielsweise Technischen Überwachungsvereine, Hochschulen und Forschungszentren. Da für die Simulation von Kernkraftwerken zuverlässige und erprobte Programme einsetzt werden müssen, investiert die GRS zusammen mit internationalen Partnern kontinuierlich in die Verifikation und Validierung des Programmsystems. Dazu werden neben Experimenten auch Nachrechnungen von tatsächlichen Ereignissen durchgeführt, etwa die Unfälle in Three-Mile-Island und in Fukushima Daiichi. Die Forschungsarbeit der GRS zu Simulationsprogrammen in der Reaktorsicherheit wird über Projekte des Bundeswirtschaftsministeriums finanziert.

Simulationsprogramme in der Reaktorsicherheit

Simulationsprogramme sind ein wichtiges Werkzeug für die Sicherheitsbewertung von Kernkraftwerken und anderen kerntechnischen Anlagen. Mithilfe der Programme soll gezeigt werden, dass die kerntechnischen Schutzziele – dazu zählen unter anderem die Kontrolle der Reaktivität des Kerns, die Kühlung der Brennelemente und der Einschluss radioaktiver Stoffe, bei sämtlichen Störfällen – eingehalten werden. Sie können sowohl zur gutachterlichen Bewertung wie auch für Forschung und Entwicklung eingesetzt werden.

Weitere Informationen

>> Simulationscodes in der Reaktorsicherheit

>> Reaktorsicherheitsforschung in der GRS

>> Informationen zu Code-Überlassung