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Verwaiste Strahlequellen Röntgenkamera
Strahlenschutz

Internationalen Strahlenschutz im Blick

Die GRS unterstützt das Bundesumweltministerium bei seiner Tätigkeit im internationalen Strahlenschutz und der sicheren Entsorgung radioaktiver Abfälle in Osteuropa, Zentralasien und auf dem Balkan.

Da ionisierende Strahlung nicht an Ländergrenzen Halt macht, muss auch Strahlenschutz über nationale Grenzen hinaus gedacht werden. Aus diesem Grund engagiert sich Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), unter anderem in internationalen Gremien zur Verbesserung der Entsorgungssituation und beim Umgang mit herrenlosen Strahlenquellen in postsowjetischen Staaten. Die GRS leistet dabei seit einigen Jahren Unterstützung.


Herausfordernde Vergangenheit

Auch mehr als 30 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion benötigen viele Länder Osteuropas, Zentralasiens und einige Länder des Balkans Unterstützung bei der Umsetzung internationaler Standards zur sicheren Entsorgung radioaktiver Abfälle. Zudem existieren in diesen Ländern immer noch eine größere Anzahl an „verwaisten” Strahlenquellen, etwa in Form von Blitzableitern, Rauchmeldern und Messgeräten aus ehemaligen sowjetischen Betrieben, für deren Entsorgung bis heute keine Verantwortlichen ausgemacht werden konnten. Diese Strahlenquellen stellen eine Gefahr für die Menschen vor Ort dar, können aber auch über Landesgrenzen hinweg zum Problem werden: Sei es, indem sie im Altmetall landen und Beschäftigte von Verarbeitungsbetrieben gefährden – oder schlimmstenfalls, indem sie in „falsche“ Hände geraten, wo sie nicht nur eine Gefahr für die individuelle Gesundheit, sondern auch für die allgemeine Sicherheit darstellen können.


Bedarfe identifizieren – Hilfe planen

Zum Vorhaben gehören regelmäßige Austausche mit Verantwortlichen verschiedener Länder vor Ort. Auch multilaterale Treffen mit internationalen Behörden und Unternehmen finden statt, um konkrete Unterstützungsprojekte zu beurteilen. Kombiniert mit Recherchearbeiten zu der Situation in den genannten Regionen, wird das BMUKN dabei unterstützt, sich ein klares Bild zur Entsorgungssituation und der radiologischen Sicherheit in den Ländern zu machen. 

Dies ermöglicht nicht nur, zeitnah auf parlamentarische Anfragen oder Fragen der interessierten Öffentlichkeit zu reagieren. Die durchgeführten Arbeiten helfen auch herauszufinden, wo eventuell eine Unterstützung Deutschlands vonnöten beziehungsweise machbar ist, um den Strahlenschutz bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle international zu verbessern. Gemeinsam mit der Auftraggeberin beurteilt die GRS, welche Projekte mit deutscher Unterstützung umgesetzt werden können. Eine sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle schützt alle: die Menschen vor Ort, aber auch alle am internationalen Handel und Austausch Beteiligten.


Strahlenschutz unter erschwerten Bedingungen: die Situation in der Ukraine

Besonders herausfordernd ist, bedingt durch den russischen Angriffskrieg, die Situation in der Ukraine. Sie bildet daher einen Schwerpunkt im Vorhaben. Die GRS unterstützt hier das BMUKN bei der Informationsbeschaffung unter anderem durch regelmäßige Teilnahme an internationalen Austauschtreffen zwischen einer Delegation aus ukrainischen Unternehmen, Behörden und TSOs einerseits sowie zahlreichen Geberländern und -organisationen andererseits. Dabei erhält das BMUKN als Auftraggeberin einen umfassenden Überblick über die Bedarfe der Ukraine bezüglich der Verbesserung der radiologischen Sicherheit und über das Engagement anderer Länder.
 

Projekt-Highlights Strahlenschutz

Hafen von Beirut
Unterstützung des Libanon für ein sicheres Management von Strahlenquellen
2021 - 2023

Am 4. August 2020 ereignete sich im Hafen von Beirut eine Explosion verheerenden Ausmaßes, deren Ursache die ungesicherte Lagerung von Chemikalien war. Nachdem Deutschland den Libanon bereits bei der Entsorgung von Chemikalien im Nachgang zu dieser Explosion unterstützt hatte, traten die libanesischen Behörden zusätzlich mit der Bitte um Unterstützung bei der Bergung und sicheren Lagerung von radioaktiven Abfällen an Deutschland heran. Im Rahmen eines vom Bundesumweltministerium (BMUV) geförderten Kooperationsprojekts werden die verantwortlichen libanesischen Stellen von Fachleuten aus dem BMUV und einem interdisziplinären GRS-Team aus den Fachabteilungen Strahlenschutz und Sicherung unterstützt.

Zwischenlagerung
Quecksilber: Kleine Tropfen aus flüssigem Quecksilber liegen auf einem silbernen Untergrund
Gefährliche Chemikalien: Überarbeitung der Quecksilberverordnung
2021 - 2023

Quecksilber ist giftig. Trotzdem kommt das Schwermetall weltweit in den verschiedensten Produkten zum Einsatz. Allein für die Herstellung von Amalgam für Zahnfüllungen werden in der EU jährlich 40 Tonnen Quecksilber verarbeitet. Die EU-Kommission will den Verbrauch jetzt weiter einschränken. Wissenschaftler der GRS haben sie dabei unterstützt und die Möglichkeiten hierfür ausgelotet.

Umwelt und Energie