Nachzerfallswärmeleistung

Wird die Kernspaltungsreaktion im Kernreaktor beendet, findet weiterhin radioaktiver Zerfall der sogenannten Spaltprodukte statt. Dabei handelt es sich um radioaktive Stoffe, die während des Betriebs durch die Kernspaltung entstanden sind, beispielsweise Iod-131 und Cäsium-137. Beim Zerfall wird Energie in Form von Wärme freigesetzt. Diese Energie wird als Nachzerfallswärmeleistung bezeichnet.

Nach dem Abschalten größerer Reaktoren, wie den zur Stromerzeugung genutzten Leistungsreaktoren, entsteht sie noch in einer solchen Größenordnung, dass sie über spezielle Kühlsysteme abgeführt werden muss: So beträgt die Nachzerfallswärmeleistung in den ersten Sekunden nach dem Abschalten noch etwa 5 Prozent der thermischen Leistung während des Betriebs. Bei einem Durchschnitts-KKW mit 3.500 Megawatt thermischer Leistung entspräche das einer Nachzerfallswärmeleistung von rund 175 Megawatt. Allerdings fällt die Leistung nach Abschalten auch sehr schnell ab.

Nach drei Jahren Abklingzeit beträgt die Nachzerfallswärmeleistung in den Brennelementen noch etwa 1 Kilowatt je Brennelement (bei einem Druckwasserreaktor).

Die Nachkühlzeit im Abklingbecken hängt unter anderem von der Nutzungsdauer der Brennelemente ab. In der Regel beträgt sie etwa fünf Jahre. Brennelemente aus deutschen Kernkraftwerken werden nach der Abklinglagerung in speziellen Behältern in Zwischenlagern aufbewahrt bis ein Endlager zur Verfügung steht.