(GRS 209) Barriereverhalten von Anhydrit

Autor: 
Klaus Wieczorek, Jürgen Miehe
Jahr: 
2005

Anhydritschichten sind Bestandteile des Salinars und unterliegen in der Betriebs- und Nachbetriebsphase eines Endlagers gebirgsmechanischen Beanspruchungen. Während im Steinsalz durch Konvergenz erhöhte Gebirgsspannungen abgebaut werden, kommt es in steiferen und festeren Anhydritschichten zu Belastungserhöhungen durch Spannungsumlagerungen, die zu Auflockerungen oder Rissbildungen, verbunden mit dem Auftreten mikroseismischer Ereignisse, führen können. Vorhandene Klüfte oder neugebildete Risse können zu Fließpfaden für Laugen werden, die Einfluss auf die Langzeitsicherheit des Endlagers nehmen.
Da im Salzbergwerk Bernburg der European Salt Company (ESCO) Steinsalz gewonnen wird und Anhydrit in Form von Klippenstrukturen aufgeschlossen ist, bestehen günstige geologische und bergbauliche Voraussetzungen, den Anhydrit unter
dem Einfluss großräumiger Gebirgsspannungsänderungen zu untersuchen. Im Hinblick auf den Bau eines Endlagers für radioaktive Abfälle im Steinsalz stellt der in Bernburg praktizierte Kammer-Pfeiler-Bau eine erheblich stärkere Belastung dar, als für ein Endlager mit relativ kleinen Hohlräumen zu erwarten ist. Der Versuchsort in Bernburg war absichtlich gewählt worden, um die maximale Auswirkung der Spannungsumlagerungen untersuchen zu können.

Category: 
GRS-Berichte