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Drohne
Sicherung

Fähigkeiten von Drohnen: Gefahren erkennen, Potenziale nutzen

Drohnen werden leistungsfähiger, vielseitiger und günstiger. Das eröffnet neue Anwendungsfelder, wirft aber auch Fragen hinsichtlich möglicher Gefährdungen kritischer Infrastrukturen auf. Ein Forschungsvorhaben der GRS untersucht deshalb sowohl Risiken als auch Einsatzmöglichkeiten unbemannter Flugsysteme im nuklearen Bereich.

Drohnen haben sich in den vergangenen Jahren von spezialisierten Nischensystemen zu vielseitig einsetzbaren Werkzeugen entwickelt. Sie werden in Industrie und Forschung ebenso genutzt wie bei Sicherheits- und Rettungsaufgaben. Gleichzeitig steigen Reichweite, Flugdauer, Nutzlast und Automatisierungsgrad der Systeme kontinuierlich. Dadurch verändern sich auch die Möglichkeiten ihres Einsatzes.

Drohnen im Fokus der Sicherheitsforschung

Im Eigenforschungsvorhaben „Fähigkeiten von Drohnen und damit verbundene Gefahren und Anwendungen“ verfolgt die GRS die aktuellen Entwicklungen der Drohnentechnologie und bewertet deren Bedeutung für die Sicherung kerntechnischer Anlagen sowie für die nuklearspezifische Gefahrenabwehr. Dazu werden technische Entwicklungen, rechtliche Rahmenbedingungen und nationale wie internationale Vorfälle mit Drohnen systematisch ausgewertet. 

„Die Leistungsfähigkeit von Drohnen entwickelt sich sehr dynamisch. Um mögliche Risiken für kerntechnische Anlagen beurteilen zu können, müssen wir diese Entwicklungen kontinuierlich beobachten und wissenschaftlich bewerten.“

Waldemar Stips,

Projektleiter

Gefährdungen und Gegenmaßnahmen verstehen, Potenziale erkennen

Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Analyse möglicher Bedrohungen durch Drohnen. Dazu werden die Fähigkeiten moderner Drohnensysteme, nationale und internationale Zwischenfälle sowie Verfahren zur Detektion und Abwehr von Drohnen untersucht. Darüber hinaus betrachtet das Projekt technische und rechtliche Rahmenbedingungen für den Einsatz entsprechender Gegenmaßnahmen.

Neben Risiken betrachten die Fachleute auch die Potenziale der Technologie. So analysieren sie zum Beispiel Einsatzmöglichkeiten von Drohnen im Strahlenschutz, bei nuklearen Notfällen oder zur Unterstützung von Sicherungsaufgaben. So untersuchen sie beispielsweise, wie Drohnen mit Messgeräten oder Kameras kombiniert werden können, um etwa Strahlungswerte aus der Luft zu erfassen, nach einem Ereignis schwer zugängliche Bereiche zu erkunden oder auch wie mithilfe von Drohnen automatisiert oder gar autonom Streifen am Betriebsgelände durchgeführt werden können.

„Drohnen werden in den kommenden Jahren sowohl für Sicherheitsaufgaben als auch für den Schutz kritischer Infrastrukturen an Bedeutung gewinnen. Mit unserer Forschung schaffen wir die Grundlage, ihre Möglichkeiten und potenziellen Risiken frühzeitig zu erkennen und fundiert zu bewerten.“

Waldemar Stips,

Projektleiter

Projekt-Highlights Sicherung

Stacheldrahtzaun vor nuklearer Zone
Small Modular Reactors – Sicherung und IT-Sicherheit müssen rechtzeitig mitgedacht werden
2022 - 2023

Viele Länder versprechen sich, dass Small Modular Reactors (SMR) ihren Teil dazu beizutragen, sich bei der Stromerzeugung von fossilen Energieträgern unabhängiger zu machen. Die meisten SMR-Konzepte stecken allerdings noch in unterschiedlichen Stadien der Entwicklung. Während sicherheitstechnische Aspekte bereits ab den ersten Ideenskizzen eine Rolle spielen, werden Maßnahmen zur Sicherung (erforderlicher Schutz gegen Störmaßnahmen und sonstige Einwirkungen Dritter (SEWD)) oftmals nur nachrangig berücksichtigt. Die GRS beschäftigt sich daher in einem gerade angelaufenen Forschungsprojekt damit, welche Merkmale der Sicherung und der IT-Sicherheit verschiedene SMR-Konzepte aufweisen und inwiefern sich Sicherungsanforderungen und -konzepte von konventionellen kerntechnischen Anlagen auf SMR übertragen lassen. Dadurch will die GRS Fachwissen aufbauen und offene Fragestellungen bei der Anwendung bestehenden Regelwerks identifizieren.

Sicherung
Hafen von Beirut
Unterstützung des Libanon für ein sicheres Management von Strahlenquellen
2021 - 2023

Am 4. August 2020 ereignete sich im Hafen von Beirut eine Explosion verheerenden Ausmaßes, deren Ursache die ungesicherte Lagerung von Chemikalien war. Nachdem Deutschland den Libanon bereits bei der Entsorgung von Chemikalien im Nachgang zu dieser Explosion unterstützt hatte, traten die libanesischen Behörden zusätzlich mit der Bitte um Unterstützung bei der Bergung und sicheren Lagerung von radioaktiven Abfällen an Deutschland heran. Im Rahmen eines vom Bundesumweltministerium (BMUV) geförderten Kooperationsprojekts werden die verantwortlichen libanesischen Stellen von Fachleuten aus dem BMUV und einem interdisziplinären GRS-Team aus den Fachabteilungen Strahlenschutz und Sicherung unterstützt.

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