Stilllegung & Rückbau
Ziel ist die Wiederherstellung des natürlichen Ausgangszustands vor dem Bau des Kernkraftwerks: die sogenannte „grüne Wiese“. Der komplette Prozess dauert in der Regel etwa 20 bis 25 Jahre.
Unsere Aufgaben
Bei unseren Arbeiten im Fachgebiet Stilllegung sind wir schwerpunktmäßig für das Bundesumweltministerium tätig.
Unsere Fachleute befassen sich mit folgenden Themen:
- Weiterentwicklung des deutschen Regelwerks zur Stilllegung
- Bewertung von Konzepten und Techniken zum Abbau von kerntechnischen Anlagen
- Bewertung aktueller Stilllegungsprojekte
- Beruflicher Strahlenschutz während der Stilllegung
- Abfallmanagement und Freigabe radioaktiver Stoffe
- Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien (z.B. Entsorgungskommission (ESK), Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA))
Projekt-Highlights Stilllegung und Rückbau
Wie wirken sich neue Reaktorkonzepte auf sicherheitstechnisch wichtige Prozesse aus – etwa darauf, wie Materialien im Reaktorumfeld langfristig verändert werden? In einem Forschungsprojekt untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der GRS, welche Rolle die Neutronenverteilung in kleinen modularen Leichtwasserreaktoren spielt und welche sicherheitsrelevanten Fragen sich daraus für Betrieb, Rückbau und Entsorgung ergeben.
Fachleute der GRS arbeiten mit Verbundpartnern in einem durch das Bundesforschungsministerium geförderten Forschungsprojekt daran, das Wissens- und Projektmanagement im Bereich Rückbau- und Genehmigungswesen zu verbessern und die Prozessführung mit praxisnahen Lösungen auf heutige Gegebenheiten anzupassen. Konkret werden eine hybride Lernplattform mit Virtual- und Augmented-Reality-Elementen für die Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal, eine KI-basiertes System für ein rückbauspezifisches Wissensmanagement und eine digitale Plattform für Genehmigungsprozesse entwickelt.
Das Mineral Graphit wird in manchen Reaktortypen verwendet und kann durch Neutronenstrahlung aktiviert, also in radioaktive Isotope umgewandelt werden. Um eine geeignete Entsorgungsoption auszuwählen, muss der Graphit radiologisch gründlich untersucht werden. Viele Messmethoden sind jedoch verhältnismäßig aufwändig und produzieren wiederum selbst neue radioaktive Abfälle. Ein Forscherteam der GRS und der Uni Köln entwickelt daher eine Methode, mit der Reaktorgraphit schnell und zuverlässig charakterisiert werden kann.