Portal Green – Erneuerbare Energie speichern, tanken, transportieren

12.03.2018

© istockphoto.com/ j2ranti und GRS

Die erneuerbaren Energien decken in Deutschland laut Bundesnetzagentur mittlerweile rund 31 Prozent des Stromverbrauchs (brutto). Viele der erneuerbaren Energien speisen abhängig von Wind und Wetter Strom in das Netz ein. Fallen Zeiten hoher Einspeisung mit einem geringen Bedarf an elektrischer Energiezusammen, kommt es zu einem Überangebot. Da die Stromnetze dieses Überangebot aktuell nicht aufnehmen können, müssen immer wieder Wind- und Solarkraftwerke abgeschaltet werden.

Eine Möglichkeit, den überschüssigen Strom zu speichern oder anderweitig zu nutzen, stellt die Power-to-Gas-Technologie dar. Dabei wird der Ökostrom genutzt, um in einem elektro-chemischen Prozess durch Elektrolyse Wasserstoffgas zu erzeugen. Der Wasserstoff kann dann in Methan umgewandelt werden. Wasserstoff und Methan bieten den Vorteil, dass sie in das Erdgasnetz eingespeist werden können. Das Erdgasnetz kann somit als Energiespeicher genutzt werden. Gleichzeitig lässt sich das Gas transportieren, tanken und in der chemischen Industrie einsetzen.

Obwohl das Verfahren viele Vorteile mit sich bringt und ein wichtiger Schritt zur Integration  erneuerbarer Energien in die bestehenden Energiesysteme darstellt, gibt es in Deutschland aktuell nur eine überschaubare Anzahl von nach Bundesemissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigten Power-to-Gas-Anlagen. Ein schwer kalkulierbarer Zeit- und Kostenaufwand hält Investoren u.a. vom Bau der Anlagen zurück. Grund dafür sind vor allem die uneinheitlichen genehmigungsrechtlichen Grundlagen, technischen Vorgaben und Richtlinien für den Bau und Betrieb solcher Anlagen.

Leitfaden für schnellere und einfachere Genehmigung von Power-to-Gas-Anlagen

Die GRS entwickelt zusammen mit Partnern der Bergische Universität Wuppertal (BUW), der DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH, des Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) und von Uniper Energy Storage GmbH (UST) aktuell im Verbundprojekt „Portal Green“ Leitfäden zu technischen und genehmigungsrechtlichen Anforderungen für den Bau und Betrieb von Power-to-Gas-Anlagen und für ihre Nutzungszweige.

In einem ersten Schritt soll ein zentraler Leitfaden für Power-to-Gas-Erzeugungsanlagen entstehen. In einem zweiten Schritt wenden sich die Fachleute den Anwendungsbereichen zu. Hierzu zählen zum Beispiel die chemische Industrie, Erdgastankstellen oder die Rückverstromung.
Die Leitfäden sollen Betreibern und Behörden als Werkzeug für eine schnellere und einfachere Genehmigung dienen und somit die Integration von erneuerbaren Energien fördern. Dabei sollen die Leitfäden den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik widerspiegeln und in das Regelwerk  des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) integriert werden.

Workshops zur Mitgestaltung der Power-to-Gas-Leitfäden

In insgesamt sechs Workshops mit Stakeholdern aus Industrie, Verbänden und Behörden werden zwischen 2018 und 2020 die Grundlagen für die Leitfäden erarbeitet und diskutiert. Auf diese Weise wollen die Projektpartner sicherstellen, die Erfahrungen aller Beteiligten zu berücksichtigen und anwendungsbezogenen Lösungen für aktuelle technische und genehmigungsrechtliche Probleme zu finden.

Projekt des 6. Energieforschungsprogrammes des Bundes

Das Projekt Portal Green ist Bestandteil des 6. Energieforschungsprogramms des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi). Das Ministerium unterstützt mit dem Programm Forschungseinrichtungen und Unternehmen dabei, zukunftsweisende Technologien für die Energieversorgung zu erforschen und zu entwickeln. Ein Fokus liegt dabei auf systemischen Fragestellungen unter anderem zur Integration neuer Energietechnologien in der Energieversorgung und neue Energiespeicher. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert Portal Green mit insgesamt 1,3 Mio. Euro.

Weitere Informationen

1. PORTAL GREEN-Workshop: Fachleute diskutieren über Genehmigung von Power-to-Gas-Anlagen
6. Energieforschungsprogramm des BMWi
Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW)
Bergische Universität Wuppertal (BUW)
Gas- und Umwelttechnik GmbH (DBI)
Uniper Energy Storage GmbH (UST)