(GRS 287) VSG: Integrität geotechnischer Barrieren, Teil 1 Vorbemesung - AP 9.2

Autor: 
N. Müller-Hoeppe (DBETEC), D. Buhmann (GRS), O. Czaikowski (GRS), H.-J. Engelhardt (DBETEC), H.-J. Herbert (GRS), C. Lerch (DBETEC), M. Linkamp (DBETEC), K. Wieczorek (GRS), M. Xie (GRS)
Jahr: 
2012

Vorrangiges Ziel der Vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben (VSG) ist eine umfassende und nachvollziehbar dokumentierte Sicherheitsanalyse für den Standort Gorleben mit dem Schwerpunkt Langzeitsicherheit. Das beinhaltet unter anderem die Planung des Verschlusses der technisch unvermeidbaren Perforation der geologischen Barriere. Bei den Planungen für den Verschluss eines Endlagers für wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle und ausgediente Brennelemente dient das im VSG-Vorhaben erarbeitete Sicherheits- und Nachweiskonzept /MÖN 12/ als Leitlinie.

 

Zielsetzung der Planung ist, die das Verschlusssystem bildenden geotechnischen Barrieren Schacht- und Streckenverschlüsse so zu gestalten und anzuordnen, dass der Zutritt von Tages-, Deckgebirgs- und Formationslösungen über die Schachtverschlüsse und die mit Schotter versetzten Infrastrukturbereiche sowie die Streckenverschlüsse und die mit Salzgrus versetzten Strecken zu den endgelagerten Abfällen und die anschließende Auspressung kontaminierter Salzlösungen über den gleichen Pfad mindestens im Referenzszenarium /BEU 12/ und den damit verbundenen als wahrscheinlich anzusehenden Entwicklungen nicht zu besorgen ist.
In Bezug auf die Alternativszenarien /BEU 12/ ist zu prüfen, ob und inwieweit das Verschlusssystem so beeinträchtigt werden kann, dass eine Freisetzung von gelösten Radionukliden in die Biosphäre nicht ausgeschlossen werden kann. In diesem Fall soll eine Optimierung des Verschlusssystems soweit durchgeführt werden, dass das Entwurfsziel nicht nur für das Referenzszenarium, sondern auch für die Alternativszenarien erreicht wird. Ist das nicht möglich, sind als Eingangsdaten für die Konsequenzenanalyse Art und Ort der Beeinträchtigung zu ermitteln sowie deren zeitliche Einordnung vorzunehmen.

 

Aufgrund des möglicherweise erforderlichen iterativen Prozesses (vgl. Abb. 2.1) ist das Verschlusssystem dabei frühzeitig in seiner Entwurfsphase soweit zu konkretisieren, dass seine relevanten hydraulischen Kenngrößen für die begleitende Integritätsanalyse der geologischen Barriere und die nachfolgende Konsequenzenanalyse genutzt werden können. Aus diesem Grund wird eine Vorbemessung durchgeführt, deren Ergebnis bereits eine grundsätzliche Einschätzung der Funktionsfähigkeit des Verschlusssys-tems zulässt.

 

Der Entwurf des Verschlusssystems und seine Vorbemessung sowie die aus der Vorbemessung resultierenden Modifikationen des Verschlusssystems sind Gegenstand dieser Unterlage. Weiterhin wird die Herstellbarkeit des Verschlusssystems bewertet.
Die Bearbeitung der Arbeitspakete erfolgte aufgrund des engen Zeitrahmens der VSG zeitlich parallel, so dass sich in einigen Fällen im Nachhinein Modifikationen ergaben. Auf diese wird im Bericht hingewiesen und sie werden nachträglich in Bezug auf ihre Relevanz bewertet.