(GRS 357) Sicherheits- und Risikofragen im Nachgang zu den nuklearen Stör- und Unfällen in Japan
Im Nachgang zu den Reaktorunfällen in Japan führte die GRS Untersuchungen zum Unfallablauf durch. Dabei wurden zum einen die Ereignisse in den betroffenen Kraftwerksblöcken unter verschiedenen Gesichtspunkten analysiert, und zum anderen die Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf deutsche Anlagen geprüft, um ggf. Empfehlungen zu sicherheitstechnischen Verbesserungen auszusprechen.
Die Unfallabläufe im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi wurden anhand aller verfügbaren Informationen möglichst detailliert nachvollzogen. Durch thermohydraulische Analysen mit Hilfe des GRS-Codesystems ATHLET-CD/COCOSYS, die sich auf die Vorgänge in den Blöcken 2 und 3 konzentrierten, konnten jeweils zusätzliche Einblicke z. B. hinsichtlich der Kernzerstörung und der Zustände im Sicherheitsbehälter während der ersten Tage des Unfallablaufs gewonnen werden. Vertiefte Untersuchungen wurden aber auch zu Themenfeldern wie naturbedingte Einwirkungen von außen, elektrische Energieversorgung oder organisatorische Maßnahmen durchgeführt. Darüber hinaus erfolgten weiterführende methodische Untersuchungen zu weiteren, mit den Unfällen im Zusammenhang stehenden Themen.
Durch eine detaillierte Analyse der entsprechenden Daten aus den Ereignissen in Japan wurde die Basis für die vertiefte Prüfung der Übertragbarkeit auf deutsche Anlagen gelegt. Es konnte festgestellt werden, dass eine Umsetzung der meisten aus dem Vor-haben gewonnenen Erkenntnisse bereits im Rahmen der GRS-Weiterleitungsnachricht 2012/02 angestoßen wurde. Weitere Erkenntnisse wurden dem BMU kommuniziert und in die relevanten kerntechnischen Gremien, z. B. Kerntechnischer Ausschuss (KTA) oder Reaktorsicherheitskommission (RSK), eingebracht.