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Notfallzentrum der GRS

Kommt es in einer kerntechnischen Anlage im In- oder Ausland zu einem Stör- oder Unfall, wird das GRS-Notfallzentrum aktiv. Bis zu 60 Fachleute finden sich dann im Notfallzentrum in der Kölner Innenstadt zusammen, um die Bundesregierung über die Lage in der betroffenen Anlage zu informieren. Das Notfallzentrum ist Bestandteil der Notfallorganisation, die die GRS im Auftrag des Bundesumweltministeriums rund um die Uhr bereithält.

Blick in den Arbeitsbereich der Schichtleitung des Notfallzentrums. Hier werden die Analysen der Fachstäbe koordiniert und zur Information des Bundesumweltministeriums zusammengefasst. (Quelle: GRS)Aufgaben im Ernstfall
Im Einsatzfall sammeln die Fachleute Informationen zum Unfall, werten sie aus und erstellen Prognosen zu möglichen weiteren Entwicklungen. Den Kern des Notfallzentrums bildet ein Notfallstab, der aus Experten unterschiedlicher Fachgebiete besteht. Der Notfallstab setzt sich aus insgesamt drei Teams zusammen: 

  • dem Systemtechnikteam,
  • dem Analyseteam und 
  • dem Strahlenschutzteam.

Das Systemtechnikteam analysiert bei einem Störfall den aktuellen Zustand der Anlage. Dabei werden die ausgefallenen und die noch verfügbaren Sicherheitssysteme und Eingriffsmöglichkeiten ermittelt. Darauf aufbauend untersucht das Analyseteam das mögliche weitere Verhalten der Anlage auf der Grundlage einer Vielzahl von Simulationsergebnissen zu denkbaren Störfallszenarien. Das Strahlenschutzteam analysiert die radiologische Situation in der Anlage und ‒ falls erforderlich ‒ die Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umwelt. Einen wichtigen Anhaltspunkt dazu liefern die Berechnungen des Analyseteams zum sogenannten Quellterm. Für Prognosen über mögliche Abläufe eines Unfalls in einem Kernkraftwerk greifen die Fachleute des Notfallstabs der GRS auf die Ergebnisse von Simulationsprogrammen zurück. (Quelle: GRS)Dieser gibt u. a. die Menge und Zusammensetzung der freigesetzten radioaktiven Stoffe an. Um die Einschätzung der Situation in der Anlage und weiterer Entwicklungen zu verbessern, werden auch verfügbare Messdaten in der Umgebung der Anlage genutzt und in Zusammenarbeit mit dem Systemtechnik- und Analyseteam mit anlagentechnischen Informationen zusammengeführt. 

Die Ergebnisse der einzelnen Fachteams greifen ineinander und ergänzen sich. Sie werden regelmäßig zusammengeführt und in Form von Lageberichten an das Bundesumweltministerium übermittelt.

Erfahrungen aus dem Unfall in Fukushima

Das Notfallteam der GRS hat das Bundesumweltministerium, die Medien und die Öffentlichkeit nach dem Unfall in Fukushima am 11. März 2011 über die Lage in der japanischen Anlage und die radiologischen Auswirkungen über Wochen hinweg kontinuierlich informiert. Zwischen März und Juni erstellte die GRS dazu über 200 Lageberichte, die sie zunächst auf ihrer Website und anschließend im Fukushima-Portal veröffentlichte. Die Erfahrungen mit Fukushima bildeten für die GRS den Anstoß dafür, ihre Notfallorganisation zu optimieren und ein Notfallzentrum an ihrem Hauptsitz in Köln zu bauen. Das neue Notfallzentrum nahm im Mai 2013 seinen Betrieb auf.