Von „Atom“ bis „Zerfall“: Neue App berechnet Strahlendosis und vermittelt Wissen über Strahlung und Radioaktivität

13.11.2019

Ob es um die Belastung von Wildpilzen mit radioaktivem Cäsium aus Tschernobyl, die Deponierung von Abfällen aus der Stilllegung von Kernkraftwerken oder um Radon in Wohnhäusern geht – die Themen Radioaktivität und Strahlung stoßen bei vielen Menschen auf große Aufmerksamkeit. Um Interessierten die Möglichkeit zu eröffnen, mehr über diese Phänomene zu lernen, hat ein Team junger Fachleute der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit – das GRS AppLab – die App „Curious Marie“ entwickelt. Mit der App lässt sich auf der Basis von individuellen Angaben eine Prognose der persönlichen Strahlenbelastung berechnen. Außerdem bietet „Curious Marie“ Hintergrundinformationen in Form eines Quiz, Animationsvideos und FAQ.

Wohnort, Röntgen, Flugreise, Zigaretten – mit vier Angaben zur individuellen Strahlendosis

In seinem Leben ist der Mensch ständig ionisierender Strahlung ausgesetzt. Ob kosmische Strahlung, medizinische Anwendungen wie Röntgen oder der Einsatz radioaktiver Stoffe in Forschung und Industrie – eine Vielzahl von natürlichen und menschengemachten Strahlungsquellen sorgt dafür, dass ein Mensch in Deutschland im Durchschnitt eine Strahlendosis von rund 4 Millisievert pro Jahr erhält. Wie hoch die jährliche Dosis im Einzelfall ist, hängt allerdings stark vom Verhalten der einzelnen Person ab. „Wer wissen will, welche Dosis er tatsächlich erhält, muss sich also die Faktoren ansehen, die wesentlich dazu beitragen“, erklärt Holger Seher, Projektleiter im AppLab der GRS.

In der App können die Nutzerinnen und Nutzer deshalb in vier Kategorien individuelle Werte eingeben, die maßgeblich für ihre persönliche Strahlenbelastung sind. Dazu gehört beispielsweise die Angabe des Wohnorts. Dieser ist entscheidend für die Dosis, die durch die natürliche Hintergrundstrahlung verursacht wird. Außerdem können bestimmte medizinische Untersuchungen, Flugreisen und gegebenenfalls der tägliche Tabakkonsum eingegeben werden. Auf der Basis dieser Werte berechnet „Curious Marie“ dann eine Prognose der individuellen Strahlenbelastung für das laufende Kalenderjahr. Zu jeder der Kategorien hält die App außerdem Hintergrundinformationen in Form von Fragen und Antworten bereit. Darin erfahren die Nutzerinnen und Nutzer nicht nur Grundlegendes zu den jeweiligen Strahlungsquellen sondern auch, auf welchen Annahmen und Daten die Prognose-Berechnungen beruhen.

Quiz und Lernvideos, um Strahlendosis besser zu verstehen und einzuordnen

Um interessierten Laien und Lernenden auch die physikalischen Grundlagen hinter Phänomenen wie Strahlung und Radioaktivität näher zu bringen, wurde ein Quiz konzipiert. In drei Leveln können sich die Nutzerinnen und Nutzer darin von der Kernphysik bis hin zum Strahlenschutz durchspielen und, so Sehers Hoffnung, dabei ein eigenes Verständnis für das Thema entwickeln: „Wir alle haben in unserem privaten Umfeld die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen beim Thema Strahlung auch deshalb unsicher sind, weil ihnen die Möglichkeit fehlt, Dinge aus eigenem Wissen heraus einzuordnen. Wenn man zum Beispiel selbst weiß, ab welcher Dosis welche Gesundheitsschäden auftreten können, kann man auch selbst beurteilen, wie wichtig es sein kann, sich vor Radon zu schützen oder ob man die Sperrzone in Tschernobyl besuchen will.“

Neben dem Quiz bieten in „Curious Marie“ auch 13 kurze Animationsvideos einen Einstieg in Grundbegriffe und -phänomene wie „Becquerel“, „Radioaktivität“ oder „Kernspaltung und Kernfusion“.
Die App „Curious Marie“ ist ab sofort kostenfrei für iOS und Android erhältlich. Alle persönlichen Daten werden ausschließlich auf den Endgeräten der Nutzerinnen und Nutzer gespeichert. Die App greift nicht auf sonstige Nutzerdaten zu oder leitet solche Daten an Dritte weiter.

Kontakt

Sven Dokter
Pressesprecher und Leiter der Abteilung Kommunikation
Telefon: 0221 - 2068 654
sven.dokter [at] grs.de (sven.dokter(at)grs.de)

Weitere Informationen

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